Brugg
SP-Einwohnerrat: «Mit wenig Aufwand kann der Artenreichtum gefördert werden»

SP-Einwohnerrat Martin Brügger setzt sich für mehr Biodiversität ein. Am Freitag reichte er bei der Einwohnerratssitzung ein Postulat ein.

Michael Hunziker
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SP-Einwohnerrat Martin Brügger.

SP-Einwohnerrat Martin Brügger.

Merlin Photography Ltd.;zvg;

Der Brugger SP-Einwohnerrat Martin Brügger macht sich Sorgen um die in der Schweiz lebenden Wildpflanzen und Wildtiere. «Jährlich verschwinden Arten und Lebensräume für Flora und Fauna», hält er fest und nennt die Gründe: intensive Landwirtschaft, Zersiedelung, Überbauung und Versiegelung von Natur und Landschaft, monotone Gärten ohne Futterquellen für Insekten und andere Kleintiere.

Mit einem Postulat, das er an der Sitzung des Einwohnerrats am vergangenen Freitag eingereicht hat, setzt er sich ein für mehr Biodiversität in Brugg. Dieser Aspekt soll Beachtung finden bei allen Projekten und Unterhaltsarbeiten, bei der die Stadt verantwortlich oder involviert ist.

Mehrkosten entstehen nicht

Das bedeute meist keine Mehrkosten, hält Brügger fest, sondern oft eine bessere Sensibilität sowie eine bessere Umsicht bei der Ausarbeitung, Begleitung und Ausführung von Projekten und bei Unterhaltsarbeiten. Falls notwendig, kann gemäss dem SP-Einwohnerrat das Fachwissen intern aufgebaut oder extern als Unterstützung beigezogen werden, beispielsweise durch das Naturama oder andere Fachstellen und Organisationen. Die städtischen Leitsätze und Richtlinien, fügt er an, sollen hinsichtlich der Aspekte der Förderung von Naturschutz und Biodiversität entsprechend angepasst oder ergänzt werden.

Mit der Pflanzung von einheimischen und mehrjährigen Wildwiesen oder Wildstauden kann laut Brügger geeigneter Lebensraum geschaffen werden für Insekten, gefährdete Vögel, Amphibien, Reptilien und weitere Kleintiere. Kurz: «Mit wenig Aufwand kann der Artenreichtum gefördert werden.»

In der Stadt Brugg werde vieles schon umgesetzt, fährt der SP-Einwohnerrat fort. Durch den Werkdienst, die Abteilung Planung und Bau oder auch durch den Forst sowie als Folge der Aktivitäten der Landschaftskommission gebe es Massnahmen zugunsten der Natur und Landschaft. Trotzdem sei wohl noch viel Potenzial vorhanden, ist Brügger überzeugt. «Das Postulat verlangt, dass die Beachtung der Biodiversität und die damit verbundenen Massnahmen und Aktivitäten durch die Stadt umfassend und institutionalisiert zur Anwendung kommen.»

Alle sollen sich beteiligen

Brügger verweist ebenfalls auf die Aktion «Jeder Quadratmeter zählt», die das das Schweizer Radio und Fernsehen SRF gemeinsam mit Naturschutzorganisationen lanciert hat. Unter dem Titel «Mission B» sollen Privatpersonen, Gemeinden, Unternehmen oder Vereine für mehr Biodiversität, für Artenreichtum und das Bewahren und Schaffen von Lebensraum für bedrohte heimische Flora und Fauna sensibilisiert werden, führt er aus. Realisiert werden sollen konkrete Projekte.

«Die Idee ist einfach», ergänzt Brügger. Alle seien aufgefordert, sich im Grossen oder Kleinen zu engagieren beim Erhalten und Fördern der einheimischen Naturvielfalt.

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