«Müssen wir uns erneut sorgen um Königsfelden?» titelten wir vor einigen Wochen in dieser Spalte. Es gab zwei Gründe für die Frage: Innert 11 Monaten haben die Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) den Verwaltungsratspräsidenten Patrick Wagner und CEO Christoph Ziörjen unter nie ganz geklärten Umständen verloren. Und auf eine Vorlage betreffend überfälliger Sanierung/Modernisierung der Gebäude wartet man immer noch.

Langsam entsteht ein Bild. Auf Anfang 2012 übertrug der Kanton die Liegenschaften seiner drei Kantonsspitäler in die Verantwortung der Betreiber. Bereits Anfang 2011 war man von Königsfelden aus mit einem Hilferuf an die Regierung gelangt: «Wir schaffen diese Übertragung nicht ohne zusätzliche Finanzspritze.» Das konnte nicht wirklich erstaunen. Erstens ist das Hauptgebäude ein 150 Jahre alter denkmalgeschützter Koloss, seine Umwandlung in eine moderne Klinik eine äusserst kapitalintensive Geschichte. Und zweitens lässt sich mit Psychiatrie – zumindest mit der öffentlichen, welche alle, auch die sehr schwierigen Fälle übernehmen muss – weniger Geld verdienen als mit einem Akutspital. Es soll eine Summe von rund 80 Mio. Franken beantragt worden sein.

Es mag ja für die Regierung Gründe gegeben haben, diesen Kredit zu verweigern. Bloss, wann und wo hat die Debatte darüber stattgefunden? Hat sie überhaupt stattgefunden? Wer hat das Thema federführend behandelt, das Finanz- oder das Gesundheitsdepartement? Wusste der Grosse Rat davon? Tatsache ist: Die Übertragung der Gebäude fand statt. Zusätzliches Geld, um den Neustart in Königsfelden zu ermöglichen, floss nie.

Offenbar stehen die beiden Rücktritte in Zusammenhang mit dieser Geschichte. Die Regierung soll den CEO wegen der Finanzforderung harsch kritisiert haben, Wagner wollte Ziörjen schützen – jetzt sind beide weg. Nun, mit neuen Leuten an der Spitze, fordert niemand mehr Geld. Man versucht, sich fügsam ohne den Zusatzkredit durchzuschlagen. Was das für die Psychiatrie im Aargau heisst, wagen wir uns nicht auszudenken. Offenbar müssen wir uns wirklich sorgen um Königsfelden.