Im Militärdienst werden Freundschaften fürs Leben geschlossen. Aber nicht nur. Ein Obergefreiter und ein Untergebener können nach einem unschönen Rencontre ein Liedchen davon singen.

Vor zwei Jahren kamen sich die beiden näher, als ihnen heute lieb ist. Eines Morgens sitzen sie im selben Militärfahrzeug auf dem Weg zur Kaserne in Brugg – der Vorgesetzte am Steuer, der Untergebene hinten auf einem der beiden Sitzbänke. Nun hat der Untergebene verschlafen – nicht zum ersten Mal. Der Vorgesetzte rüffelt ihn. «Halt die Fresse!», gibt der Soldat zurück. Mehrmals. Da lässt sich der Gefreite zu einer Kurzschlusshandlung hinreissen. Er bremst brüsk. Der Untergebene prallt mit dem Kopf heftig gegen das Trenngitter. Und trägt eine blutende Wunde am Kopf davon. 

Spätestens jetzt ist Soldat Schlafmütze hellwach – und sinnt auf Rache. Beide steigen aus. Der Untergebene geht auf den Vorgesetzten los und verletzt ihn. 

Einer fehlt vor Gericht

Am Donnerstag mussten sich die beiden Streithähne wegen Körperverletzung vor dem Militärgericht in Muttenz verantworten. Sein Mandant habe mit den Untergebenen arbeiten müssen, die er nun mal hatte, erklärt Peter Conrad, der Verteidiger des Vorgesetzten zu «TeleM1». "Das ist nicht so ein einfacher Typ gewesen, dieser Kollege", führt er aus und zuckt mit den Schultern. 

Während sein Mandant vor Gericht erscheint, glänzt der Untergebene mit Abwesenheit. Verschlafen hat er diesmal nicht. "Er ist am Arbeitsplatz und hat den Termin verwechselt", erklärt sein Verteidiger Rainer Fringeli zu «TeleM1». Wobei er selbst für einen kurzen Moment schmunzeln muss. Schnell ergänzt er: «Leider, denn er hätte sicher einen guten Eindruck hinterlassen.» Man würde es ihm gern glauben.  

Die beiden Streithähne werden vom Militärgericht zur selben bedingten Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen verurteilt. Freunde werden sie wohl nicht mehr. (pz)