Schinznach Dorf

Solche Bauarbeiter wünscht sich jedes Dorf

Die Strassenbauarbeiter haben die Herzen der Schinznacher erobert.  kus

Die Strassenbauarbeiter haben die Herzen der Schinznacher erobert. kus

Seit einem Jahr wird an der Strasse quer durchs Dorf gebaut. Doch statt sich aufzuregen und die Bauarbeiter zu beschimpfen, beschenken die Schinznacher die fleissigen Arbeiter mit selbst gebackenen Torten.

Am Mittwoch rief bei der Sommerreporterin eine Frau an und schlug vor, man solle doch über die Strassenbauarbeiter in SchinznachDorf schreiben, das seien interessante Leute und sie würden sehr gut arbeiten. Als einen Tag später der zweite Anruf einer begeisterten Frau kam, beschloss die Reporterin, der Sache auf den Grund zu gehen. Schliesslich führen Baustellen sonst gewöhnlich statt zu warmen Herzen zu heissen Köpfen.

Seit Mai 2010 leben die Bewohner von Schinznach Dorf schon mit Behinderungen auf der Unterdorfstrasse. Diese führt von der Kirche mitten durchs Dorf hinaus. Alle Werkleitungen und der Belag wurden erneuert.

In dieser Zeit scheinen sich die Schinznacher mit den sechs Bauarbeitern aus Baden – vier Spanier und zwei Portugiesen – angefreundet zu haben. «Fast täglich bringt uns jemand etwas vorbei», sagt Polier Gabriel Arias, «mal eine Torte, mal Sandwiches.» Das seien sehr gute Leute in diesem Dorf, sagt er.

Neue Strasse, «ein Traum»

Die Liebe ist gegenseitig: Dasselbe sagt die Verkäuferin in der Bäckerei über die Bauarbeiter. Und die Schinznacherin Evi Obrist findet: «Sie sind immer freundlich und haben irrsinnig schnell gearbeitet.»

Die neue Strasse sei «ein Traum». Am Tag, als der Belag geteert wurde, sei Gabriel, der Polier, schon um halb fünf Uhr morgens auf der Baustelle gestanden und auch Samstag/Sonntag würden sie manchmal arbeiten. – Und sie arbeiten wie alle Helden des Strassenbaus auch in der Sommerhitze.

Gabriel Arias zuckt bloss mit den Schultern: So ist es halt. Sein Kollege findet das «buen tiempo», gutes Wetter.

Ein Minikreisel ist das Schlussstück

Gabriel Arias baut mit seinem Team nun an der letzten Etappe: ein Minikreisel, dort, wo die Strasse aus Veltheim die Unterdorfstrasse kreuzt. Das gefällt Evi Obrist weniger, der sei doch überflüssig und die grossen Fahrzeuge hätten Mühe herum zu kommen.

Ein Anruf beim Kreisingenieur des Kantons, Giuliano Sabato, klärt den Grund für den gefühlten tausendsten Kreisel im Kanton: «Dies war eine Kreuzung mit schlechten Sichtverhältnissen, zudem wurde vom Dorf her auf der Strasse oft gerast», sagt Sabato.

Der Minikreisel sei eine Massnahme zur Verkehrsberuhigung. Zwar seien noch zusätzliche Fahrversuche mit Lastwagen geplant, doch er könne garantieren, dass die Durchfahrt «kein Problem» sei.

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