Veltheim

Softeis statt Cordon bleu: Das Restaurant Bären wird vorübergehend zur Take-away-Gelateria

Die Haarbachs freuen sich über den Erfolg ihres Eis.

Die Haarbachs freuen sich über den Erfolg ihres Eis.

Restaurants dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Für das Restaurant Bären in Veltheim ist das wirtschaftlich nicht rentabel. Darum entschied sich Wirteehepaar Haarbach kurzerhand das Angebot zu ändern.

Bis Mitte März war der «Bären» in Veltheim eine ganz normale Dorfbeiz. Seit letzten Oktober führen Ivonne und Stephan Haarbach das Restaurant. Mit Eventwochen zu diversen Themen machten sie sich einen Namen. «Wir wären bis Ende April ausgebucht gewesen», sagt Ivonne Haarbach, die im Restaurant die Leitung des Service innehat. Doch dann kam die Coronakrise und mit ihr der Lockdown. Auch Restaurants mussten schliessen.

Die pfiffige Unternehmerin wollte jedoch nicht Trübsal blasen und überlegte gemeinsam mit ihrem Mann, wie sie der Krise auch etwas Positives abgewinnen konnte. «Vielleicht braucht es gerade jetzt ein Umdenken», sagte sie sich. So entschied sich das Ehepaar kurzerhand, das Lokal vorübergehend in eine Take-away- Gelateria zu verwandeln. Bereits vor der Krise wurden im «Bären» jeweils sonntags ausschliesslich Desserts und heisse Waffeln serviert. «Das war fast immer unser umsatzstärkster Tag», sagt Haarbach. Die Idee lag nahe, selbst gemachtes Softeis herzustellen und zu verkaufen.

Am Freitagabend wird noch «richtig» gekocht

Wo sonst Pasta, Lasagne oder Cordon bleu zubereitet werden, steht jetzt eine Eismaschine. Verkauft werden Softeis und Frozen Yoghurt durch das Fenster. Gespeist wird auf der Terrasse oder zu Hause. In Kürze soll auch ein Lieferdienst angeboten werden. Ivonne Haarbach ist begeistert, wie gut das neue Konzept von den Kunden angenommen wird. «Es kommen sogar Leute aus dem Dorf Eis holen, die vorher nie ein Cordon bleu bei uns gegessen hätten.» Zusätzlich zum täglichen Eisangebot wird jeweils am Freitagabend ein Take-away-Menu angeboten. Ab November, wenn die Glacésaison vorbei ist, sollen auch wieder Eventwochen stattfinden.

Besitzerin des Gebäudes ist die «Genossenschaft zur Erhaltung des Gasthofs zum Bären». Um eine geplante Asylunterkunft im «Bären» zu verhindern, wurde diese 1999 gegründet. Aktuarin Yvonne Berglund zeigt sich begeistert von der Idee der Haarbachs: «Der Vorstand steht absolut hinter diesem innovativen Konzept in der Krise.» Aufgrund der relativ kleinen Gaststube sei ein Betrieb unter den aktuellen Auflagen zur Eindämmung der Pandemie nicht wirtschaftlich. Die Genossenschaft hat dem Ehepaar die Miete für die Monate April und Mai erlassen.

Wie und wann der «Bären» wieder in den Normalbetrieb schalten wird, werde im Vorstand und mit den Pächtern diskutiert, sobald neue Lockerungen seitens des Bundes bekanntgegeben werden. Das Lokal langfristig in eine reine Gelateria umzuwandeln, sei für die Genossenschaft allerdings keine Option.

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