Windisch

So wurde einst bei den SBB vor dem Alkoholkonsum gewarnt

Die Tonbildschauen wurden teilweise im mobilen Kinowagen zu Schulungszwecken vorgeführt, wie auf dem Foto von 1951.

Die Tonbildschauen wurden teilweise im mobilen Kinowagen zu Schulungszwecken vorgeführt, wie auf dem Foto von 1951.

Im Archiv von SBB Historic liegen 64 Tonbildschauen aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Auswahl wird bis 27.Oktober präsentiert.

Heute Dienstag um 18.15 Uhr findet am Hauptsitz von SBB Historic in Windisch zudem ein Filmabend statt mit einer speziellen Vorführung von kommentierten Tonbildschauen.

Die Tonbildschauen im Archiv von SBB Historic stammen aus der Zeit zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren. Die SBB kauften bei in- und ausländischen Produktionsgesellschaften vorproduzierte Schauen zu allgemeinen Betriebsthemen wie dem Umgang mit Kolleginnen und Kollegen oder der Arbeit als Vorgesetzter ein. Produktionsfirmen wie die DOC Anne M. Hadem aus Frankfurt, text + bild welker kg aus Stuttgart oder universitäre Institute im Bereich Arbeitspsychologie gehörten zu den Produzenten.

Spezifische Geräte benötigt

Zu spezifischen Themen liessen die SBB auch eigene Tonbildschauen produzieren, etwa wenn es um den Kundendienst in der Gepäckexpedition ging oder für ein spezifisches Produkt Werbung gemacht werden sollte. Renommierte Illustratoren wie Bruno Fauser oder Marco Schaaf schufen Cartoonbilder, die den teilweise ernsten Text meist humorvoll versinnbildlichten und damit die Schulung auflockerten.

Die Vorführung der Tonbildschauen benötigte auch spezifische Geräte. Neben einem Bildprojektor kam ein Tonwiedergabegerät zum Einsatz und im Falle des automatischen Bildwechsels ein Bildsteuergerät. Denn für das Abspielen der Tonbildschau mit Diapositiv und einer Kassette gab es zwei Möglichkeiten: Entweder war auf der akustischen Spur ein Signal eingefügt, das dem Präsentator den vorzunehmenden Bildwechsel signalisierte oder aber eine eigene Signalspur auf dem Band gab ein unhörbares Signal ab, das die automatische Bildsteuerung auslöste. Eine solche Abspielsituation wird auch in der Ausstellung gezeigt.

Im Archiv von SBB Historic ist überliefert, dass Tonbildschauen neben der Vorführung vor Abteilungen teilweise auch im mobilen Kinowagen vorgeführt wurden. Der Kinowagen war ein speziell mit Projektionsgeräten und Publikumsbestuhlung ausgerüsteter Wagen im Einsatz der SBB.

Zuständig für historisches Erbe

Diese Tonbildschauen hatten meist einen Schulungszweck oder wurden zu Präventionszwecken vorgeführt. So warnte eine Tonbildschau vor dem Alkoholkonsum während des Dienstes. Daneben gab es aber auch einfache Werbeschauen, die teilweise stumm als Bildschauen an Bahnhöfen vorgeführt wurden oder bei der zu gewinnenden Kundengruppe vorgeführt wurden.

Die Stiftung Historisches Erbe der SBB – kurz SBB Historic – ist seit 2001 verantwortlich für das historische Erbe der Schweizer Bahn. SBB Historic hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahngeschichte in all ihren Facetten für die Fachwelt und für die interessierte Öffentlichkeit erlebbar zu machen. (AZ)

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