Insgesamt 109 Seniorenwohnungen – mit 1½ bis 3½ Zimmern – entstehen bis Ende 2019 auf dem Areal des ehemaligen Alterszentrums Brugg (AZB). Bauherrin ist die Schönegg Brugg AG. Bereits im Sommer konnten die Mieter die 54 neuen Wohnungen im Hochhaus beziehen. «Zuerst wurden alle Mieter, die schon vorher im Alterszentrum Brugg gewohnt haben, berücksichtigt», sagt Geschäftsführer Hanspeter Müller von der Süssbach AG, die sich um die Vermietung kümmert. Darunter habe es auch solche gegeben, die etwas Neues suchten oder ins Süssbach Pflegezentrum gewechselt sind. «94 Prozent der Mieter im Hochhaus stammen aus der Region Brugg», fährt Müller fort.

Nachdem nun die benachbarten Liegenschaften abgebrochen worden sind, haben die Arbeiten für den Tiefgarage-Bau begonnen. Anschliessend werden darauf vier Neubauten erstellt. Von den 55 Wohnungen verfügen total 10 über 1½ Zimmer, 29 über 2½ Zimmer und 16 über 3½ Zimmer. Im Haus L wird es laut Livio Plüss, Verwaltungsratspräsident Schönegg Brugg AG, einen Gemeinschaftsraum geben.

Verschiedene Kriterien entscheiden

Die Nachfrage nach Alterswohnungen in Brugg scheint enorm. Im Februar 2017 sagte Heinz Pulfer, der damalige Liegenschaftsverwalter, dass sich allein für die Wohnungen in den vier neuen Liegenschaften 270 Interessenten gemeldet hatten. «Im letzten Quartal 2018 beginne ich, die Interessenten auf der Liste von oben nach unten zu kontaktieren», antwortete Pulfer damals auf die Frage, was mit der langen Warteliste passieren werde.

Doch daraus ist nichts geworden: Ende Juni dieses Jahres wurde der 62-jährige Pulfer in Brugg verabschiedet. Er ging in den vorzeitigen Ruhestand. Seither ist vielen Interessierten und Angehörigen nicht klar, nach welchen Kriterien die geplanten Alterswohnungen vergeben werden.

Auf Nachfrage der AZ sagt Süssbach-Geschäftsführer Müller: «Die Kriterien sind ein Mix aus Region, Warteliste und Grösse der Wohnungen. Da wir so viele wie möglich berücksichtigen möchten, versuchen wir, beispielsweise nicht nur eine Person in einer 3½-Zimmer-Wohnung unterzubringen. Wir haben genügend Interessenten, die zusammenwohnen möchten.» Bisher sind noch keine Mietverträge unterzeichnet. Das hat nach dem Verwaltungsratspräsident der Schönegg Brugg AG auch damit zu tun, dass zuerst noch alle Ausbaupläne definitiv bereinigt werden müssen. Mittlerweile ist die Warteliste laut Livio Plüss auf über 300 Interessierte angewachsen. Bis die ersten Mietverträge unterzeichnet werden, dürfte es Frühjahr 2019 werden.

Gemäss Müller macht es in der momentanen Situation keinen Sinn, sich noch für eine Wohnung anzumelden. Er betont: «Es ist wichtig, zu verstehen, dass im Jahr 2008, als sich das Projekt Akkord entwickelte, die Wohnungen im Alterszentrum Brugg sehr nahe am Betreuten Wohnen lagen mit Dienstleistungen im Pflege- sowie Hotelleriebereich.» Der Verwaltungsrat der Schönegg Brugg AG, wie sich das ehemalige AZB nach der Umwandlung in eine AG nennt, hat sich für ein neues Konzept (Sonare) entschieden, wo man nur das bezahlen muss, was man auch braucht oder will. «Die Mieter entscheiden selber, bei wem sie ihre Dienstleistung einkaufen», fasst Müller zusammen.