Brugg
So viel Abfindung erhält Stadtammann Daniel Moser nach seinem Rücktritt

Ende Jahr räumt Daniel Moser sein Büro im Stadthaus. Als Rücktrittsgehalt wird ihm 40 Prozent seines Jahresgehalts, also 89'000 Franken, ausbezahlt.

Claudia Meier
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Daniel Moser ist noch bis Ende Jahr Stadtammann. ASP

Daniel Moser ist noch bis Ende Jahr Stadtammann. ASP

Alex Spichale

Als Daniel Moser vor acht Jahren zum neuen Stadtammann von Brugg gewählt wurde, musste er zur Ausübung dieses Vollamts seine bisherige Anstellung aufgeben. Zuvor war der FDPler langjähriger Linienpilot und Instruktor bei der Swissair und Swiss. Wenn Daniel Moser Ende 2017 nach zwei Amtsperioden seinen Sessel räumt, ist er 59 Jahre alt.

Mit seinem freiwilligen Ausscheiden aus der Exekutive kommt erstmals das neue «Reglement über die Tätigkeit, die Besoldung und das Rücktrittsgehalt des Gemeindeammanns» zum Tragen. Es beinhaltet, dass bei einem freiwilligen Rücktritt oder Verzicht auf eine Wiederwahl dem Gemeindeammann eine Kapitalabfindung ausgerichtet werden kann.

«Diese beträgt höchstens 100 Prozent der zuletzt bezogenen Jahresbesoldung inklusive Teuerung und wird vom Gemeinderat mit Zustimmung der Finanzkommission festgesetzt», heisst es im Reglement weiter. Im Fall von Stadtammann Moser hiesse das ein Rücktrittsgehalt von maximal 223'500 Franken. In den letzten Monaten hat sich der Brugger Stadtrat unter anderem um dieses Thema gekümmert und diese Woche den Betrag festgelegt.

Finanzkommission hat nachgefragt

Stadtschreiber Yvonne Brescianini sagt auf Nachfrage der az, dass der Stadtrat mit Zustimmung der Finanzkommission die Kapitalabfindung für den nicht mehr kandidierenden Stadtammann auf 40 Prozent der aktuellen Jahresbesoldung, das heisst auf 89'000 Franken, festgelegt hat. Bei der Festlegung der Höhe hätten Stadtrat und Finanzkommission die im Reglement erwähnten Umstände wie Alter, Dienstjahre, Beruf und neues Einkommen des Zurücktretenden angemessen berücksichtigt, so Brescianini weiter. Der Betrag wird nun als gebundene Ausgabe ins Budget 2018 eingestellt und demzufolge auch im Jahr 2018 ausbezahlt. Die Ausstandsregel sei bei der Behandlung dieses Geschäfts im Stadtrat «selbstverständlich» eingehalten worden, betont Stadtschreiber Brescianini.

Willi Wengi, Präsident der Finanzkommission (Fiko), sagt: «Der Stadtrat Brugg hat der Finanzkommission einen gut begründeten Vorschlag für Mosers Kapitalabfindung unterbreitet.» Bei der Diskussion in der Kommission habe dennoch Klärungsbedarf bestanden. Nachdem die Antworten der Stadt vorlagen, hat die Fiko laut Wengi den Vorschlag des Stadtrats klar gutgeheissen.

Als Mosers Vorgänger Rolf Alder Ende 2009 nach zwanzig Amtsjahren als erster vollamtlicher Brugger Stadtammann nicht mehr kandidierte, betrug seine Jahresbesoldung 221'300 Franken. Die Kapitalabfindung bei einem freiwilligen Rücktritt lag damals bei maximal 50 Prozent des zuletzt bezogenen Jahressalärs. Rolf Alder habe das Maximum, also 110'650 Franken, als Rücktrittsgehalt erhalten, sagte Brescianini im Frühling auf Anfrage der az.