Mönthal/Lausanne

So hat der Ultraläufer Simon Schmid den Weltrekord geschafft

Ultraläufer Simon Schmid beim Zieleinlauf in Lausanne mit seinen Begleitern.

Ultraläufer Simon Schmid beim Zieleinlauf in Lausanne mit seinen Begleitern.

Der 45-Jährige Simon Schmid hat die 370 Kilometer viel schneller hinter sich gebracht, als es geplant war. Die Strecke von Romanshorn am Bodensee nach Lausanne legte er in 59 Stunden und 30 Minuten zurück, anstatt in 72 Stunden, wie vorgesehen.

59 Stunden und 30 Minuten. In dieser Zeit hat der Mönthaler Simon Schmid die Strecke von Romanshorn nach Lausanne absolviert. 370 Kilometer hat der 45-Jährige zu Fuss hinter sich gebracht. Das ganze Projekt lief unter dem Titel «Swiss Ultra Run». Das Ziel: Als erster Ultraläufer wollte der Pflegefachmann die Schweiz vom Bodensee bis zum Genfersee nonstop laufend durchqueren. Ein Weltrekord, den Simon Schmid nun erreicht hat. Und das erst noch in einem horrenden Tempo. 72 Stunden hat Simon Schmid für den Lauf durch die acht Kantone geplant, am Ende waren es 59 Stunden und 30 Minuten. 

Hohes Tempo von Beginn weg

Bereits am Freitag schlug der Läufer ein hohes Tempo an. Um vier Uhr in der Früh ging es in Romanshorn am Bodensee los. Rasch brachte er die ersten 100 Kilometer hinter sich. Er passierte den Flughafen Zürich, den Katzensee und in Würenlos schliesslich steckte er zur Abkühlung den Kopf kurzerhand in einen Brunnen. Ein bewährtes Mittel, um der grossen Hitze entgegenzuwirken. Um 19.30 Uhr erreichte Simon Schmid am Freitag dann die Stadt Brugg. Er legte eine kurze Trinkpause ein, erfrischte sich mit einem Schwamm und machte sich dann auf in die erste Nacht. 

Der Ultraläufer Simon Schmid läuft in Brugg ein. Dort gönnt er sich eine Abkühlung und wird mit erfrischenden Getränken versorgt.

Der Ultraläufer Simon Schmid läuft in Brugg ein. Dort gönnt er sich eine Abkühlung und wird mit erfrischenden Getränken versorgt.

Grosser Respekt vor den Nächten

Vor den Nächten hatte Simon Schmid im Vorfeld grossen Respekt, da er nicht wusste, wie mit der Müdigkeit umzugehen ist. In Auenstein drosselte er das Tempo, später in der Nacht legte er eine einstündige Pause ein. Schlafen konnte Simon Schmid zwar nicht, doch für den Körper war die Erholung wichtig.

Das Erfolgsrezept am Samstag: Den zweiten Tag gemütlich nehmen. Der Mönthaler marschierte nur und konnte dadurch Kräfte sparen, beziehungsweise sogar aufbauen. Motiviert hatte ihn immer wieder, dass etliche Leute am Strassenrand standen und ihn anfeuerten, manchmal auch joggend begleiteten. Die Nahrungsaufnahme funktionierte ebenfalls einwandfrei. Simon Schmid konnte immer wieder gut essen – häufig gab es Reis oder Teigwaren – und sich regenerieren. Das sei wichtig gewesen für die zweite Nacht, erklärt seine Begleiterin Prisca Huber-Muhl. «Er hat sich während des Tages so gut erholt, dass er dann in der Nacht ab ist wie eine Rakete», führt sie weiter aus. 

Auch nach 130 Kilometern kann Simon Schmid noch Lachen.

Auch nach 130 Kilometern kann Simon Schmid noch Lachen.

Am Sonntagmorgen dann die Neuigkeit: Er ist unglaublich rasch unterwegs. Ultraläufer Simon Schmid hat auch die zweite Nacht gut überstanden und ist mittlerweile schon fast am Neuenburgersee. «Es geht ihm immer noch sehr gut», schreibt Begleiterin Prisca Huber-Muhl per SMS. 

Kein Bad im See

Die letzten vier Stunden konnte Simon Schmid sogar rennend zurücklegen. Und so traf er bereits um 15.30 Uhr in Lausanne, vor dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees, ein. Auf den letzten 500 Metern wurde er von seinem 14-köpfigen Betreuungsteam begleitet. Von den Emotionen überwältigt umarmte er seine Begleiter.

Und trotz der Blasen an den Füssen und den Strapazen in den Beinen war Simon Schmid noch für Witze aufgelegt. «Ich gehe mich sicher nicht im See waschen. Ich will doch nicht, dass hier das grosse Fischsterben ausbricht.» Gewaschen hat er sich dann selbstverständlich trotzdem. In der Dusche in einer nahegelegenen Badi.

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