Region
So haben sich Windisch und Brugg in den letzten drei Jahren entwickelt

Wie hoch ist der Ausländeranteil in Brugg und Windisch? Wie viele Frauen und Männer leben in den Zentrumsgemeinden? Und wie haben sich die Bevölkerungszahlen in den letzten drei Jahren entwickelt? Die «Schweiz am Wochenende» hat sich die Zahlen genauer angesehen.

Claudia Meier
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Windisch (links) und Brugg sind praktisch zusammengewachsen und zunehmend auch für Zuzüger aus Zürich interessant. MHU/Archiv AZ

Windisch (links) und Brugg sind praktisch zusammengewachsen und zunehmend auch für Zuzüger aus Zürich interessant. MHU/Archiv AZ

Michael Hunziker

Wer im Herzen des Bezirks Brugg eine Wohnung oder ein Haus mieten möchte, muss vermutlich nicht lange suchen. Gestern Freitagnachmittag waren auf dem Online-Portal Homegate.ch 91 Treffer in Brugg, 3 in Umiken und 39 in Windisch zu finden. Die Nettomieten in Brugg bewegen sich zwischen 720 Franken für ein Studio in der Altstadt und 3500 Franken für eine 61⁄2-Zimmer-Wohnung. In Windisch ist das günstigste Objekt (Zimmer in einer Studenten-WG neben dem Bahnhof) für 560 Franken und das teuerste (31⁄2-Zimmer-Attikawohnung) für 2430 Franken pro Monat zu haben.

Schaut man sich dann die Entwicklung der Bevölkerungszahlen an zwischen 2015 und 2017 (Stichtag 31. Dezember) in den beiden zusammengewachsenen Gemeinden, fällt auf: Während in Windisch die Einwohnerzahl jährlich um rund 150 gestiegen ist, sind es in der Stadt Brugg jedes Jahr 50 Personen weniger geworden (siehe Tabellen). Geht das in diesem Stil weiter, wird Brugg wieder unter die 11 000er-Marke fallen und Windisch bald den 8000. Einwohner begrüssen können.

Mehr Ausländer als Durchschnitt

Kaum einen Unterschied gibt es beim Ausländeranteil. Dieser lag Ende letzten Jahres in Brugg bei 28,75% und in Windisch bei 29,55% und hat sich in den Vorjahren nur minim verändert. In beiden Gemeinden ist der Wert aber über dem kantonalen Durchschnitt, der Ende Juni 2017 bei 24,7% lag. Unter den 3190 Ausländern in Brugg sind 60 Nationen vertreten (2016 waren es noch 54 Nationen). In Windisch stammen die meisten der 2260 Ausländer aus Deutschland (419), Italien (319) und der Türkei (247).

Ebenfalls gleich ist in beiden Kommunen, dass sie insgesamt mehr weibliche als männliche Einwohner haben. Bei 49% der Windischer Bevölkerung war Ende 2017 die Konfession unbekannt. 26,91% der Einwohner gehören der römisch-katholischen Landeskirche an, 23,75% der reformierten und 0,09% (7 Personen) der christkatholischen. In Brugg sind die Reformierten mit 2936 Mitgliedern gegenüber den Römisch-katholischen mit 2857 Mitgliedern noch leicht in der Überzahl. Christkatholisch sind 42 Brugger.

Windischs Gemeindeschreiber Stefan Wagner hat für das Bevölkerungswachstum folgende Erklärung: «Auch 2017 konnten neue Überbauungen bezogen werden, so beispielsweise im Dägerli.» Im Herbst wurde zudem die letzte Etappe im Kunz-Areal fertiggestellt und die ersten Wohnungseigentümer zogen ein. «Wir rechnen damit, dass der Trend anhält. Im Dägerli wurde soeben die Baubewilligung für eine weitere Überbauung erteilt, in der Sommerau und an der Dorfstrasse sind weitere Überbauungen geplant», sagt Stefan Wagner. Nicht zu vergessen sei der «Centurion-Tower».

Magnet für Badener und Brugger

Am meisten Zuzüger verzeichnete die Gemeinde letztes Jahr aus Baden, Brugg, Gebenstorf, Hausen und Zürich. Dass Windisch für die Brugger fast wie ein Magnet wirkt, zeigen die Zahlen zu den fünf beliebtesten Wegzugsorten aus Brugg. Im vergangenen Jahr zogen 80 Personen nach Windisch, 39 nach Hausen, 32 nach Zürich, 30 nach Baden und 27 nach Riniken. Insgesamt verzeichnete die Einwohnerkontrolle im Jahr 2017 in Brugg 918 Zuzüge und 949 Wegzüge.

Der Stichtag 31. Dezember entspricht einer Momentaufnahme. Céline Denzler, Leiterin der Einwohnerkontrolle Brugg, mag deshalb nicht von einem stetigen Bevölkerungsrückgang sprechen. «Mitte Januar 2018 betrug die Einwohnerzahl bereits wieder 11 129», betont sie.

Und es ist auch nicht so, dass die Einwohner nur von Brugg nach Windisch ziehen. Letztes Jahr zügelten 60 Personen von Windisch nach Brugg, 33 kamen von Baden nach Brugg, 31 von Zürich, 24 von Villigen und 23 von Riniken.

Sagen die Stimmbürger von Brugg und Schinznach-Bad am 4. März auch an der Urne Ja zur geplanten Fusion, wird die Bevölkerungszahl der Stadt Brugg per 1. Januar 2020 auf jeden Fall markant ansteigen. Schinznach-Bad zählte per Ende Dezember 1309 Einwohner.