«Wir sind parat», verkündet Alex Simmen, Vereinspräsident des Kulturklubs Dampfschiff, bei der Präsentation des Herbst-/Winterprogramms 2015 und seine Augen blitzen vor Unternehmungslust.

Man merkt es ihm und seiner Crew an: Sie können es kaum erwarten, dass die neue Saison am 29. August mit der Vollmondtanznacht startet, und das Dampfschiff damit in sein 11. Betriebsjahr steuert. Gegen vierzig Veranstaltungen stehen bis Ende Jahr auf dem Programm. 

Darunter Konzerte in verschiedensten Stilrichtungen, Theatersport, Literaturnachmittage und vieles mehr. Neu wird die Bar nur noch während den Events geöffnet und sonst geschlossen bleiben.

«Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz als Kulturveranstalter», erklärt Simmen. Mit an Bord bleibt weiterhin Pranee Peder, die unter der Woche, jeweils von 11 bis 14 Uhr, thailändische Speisen serviert.

Neue «Maschinengruppe»

In der Organisation des Vereins Kultur im Dampfschiff fand eine Umstrukturierung statt. Wichtige Fäden im Hintergrund ziehen neben dem dreiköpfigen Vorstand künftig Sarah Chaksad und Sandra Brunner als Leiterinnen der neu gegründeten Bereiche Content (Inhalt der Anlässe) und Vessel (Infrastruktur, Raum, Bar). Rena Kempe ist für das Backoffice zuständig. Die drei Frauen sind sozusagen die Maschinengruppe, die das Dampfschiff künftig vorantreibt.

Content-Leiterin Chaksad arbeitet seit 10 Jahren als Berufsmusikerin. Die Saxofonistin kennt die Musikszene bestens, gibt Inputs und beaufsichtigt das Budget, das den verschiedenen Spartenverantwortlichen zur Verfügung steht.

«Egal ob Jazz, Blues, Rock oder World Music, wir suchen Acts, die zu Brugg und dem Lokal passen», meint sie und findet, dass ein Kulturbetrieb wie das Dampfschiff sich zwischendurch auch mal «auf die Äste hinauswagen» und innovative, experimentelle Projekte auf die Bühne bringen soll.

«Oberste Prämisse ist dabei immer, dass die Qualität stimmt. Das sind wir uns und dem Publikum schuldig», zeigt sich die Aargauerin überzeugt. Vessel-Leiterin Brunner, die mit ihrem Team dafür sorgt, dass der Dampfer immer tipptopp in Schuss und fahrtüchtig ist, zeichnet gleichzeitig auch für die Sparte «Metal Rock» verantwortlich, die zusammen mit «Spiel und Spass» (Schach, Jassen etc. für alle) neu ins Programm aufgenommen wurde.

Als Dauerbrenner erweist sich das Café Philo, welches das Publikum zum aktiven Mitdiskutieren einlädt. In der aktuellen Saison werden unter der Leitung des Dietiker Philosophen Albert Hofmann die Themen «Macht und Ohnmacht» sowie «Grenzen und Freiheit» ausgeleuchtet.

Viel Schub vorhanden

Rund 60 Leute engagieren sich zurzeit für den Kulturbetrieb – mit Ausnahme des neuen dreiköpfigen Frauenleitungsteams und der Reinigung alle ehrenamtlich. Der Betrieb wird durch Eintritte, Sponsoring sowie Beiträgen von Stadt und Kanton finanziert.

«Wir sind zwar nicht auf Rosen gebettet, können aber dank unserer engagierten Crew ein enorm vielseitiges Programm anbieten», sagt Alex Simmen und lacht, «bei uns brodelt es ständig. Wir haben noch viele Ideen.» Das Dampfschiff, das auch für private Anlässe gemietet werden kann, hat seine Anker gelichtet und fährt weiter – und zwar volle Kraft voraus.