Brugg

So entsteht aus 100'000 Lego-Steinen das Legionslager Vindonissa

Mit grossem Arbeitsaufwand sind diverse Infrastrukturanlagen aus der Römerzeit nachgebaut worden.MW

Mit grossem Arbeitsaufwand sind diverse Infrastrukturanlagen aus der Römerzeit nachgebaut worden.MW

Im Vindonissa-Museum wurde am Sonntag das letzte Baumodul in den Lego-Nachbau des Legionslagers eingesetzt.

Mehr als 100 000 Lego-Steine und 4000 Stunden Arbeit waren nötig für den Nachbau eines römischen Legionslagers. Das eindrückliche Werk ist seit dem 6. Dezember 2015 unter der Ägide des Vereins SwissLUG (Swiss Lego Users Group) entstanden. «Eigentlich schade, dass die teilweise Nachbildung des Legionslagers in absehbarer Zeit wieder abgebaut wird», denkt man beim Betrachten der mit grossem Aufwand so originalgetreu wie möglich konstruierten Infrastrukturanlagen.

370 jeweils 15×15 Zentimeter messende Module haben jugendliche und erwachsene Lego-Fans unter dem Motto «Furius Constructor baut ein Legionslager» im Untergeschoss des Vindonissa-Museums zusammengefügt, auf mehreren Tischen zu ganzen Anlagen arrangiert und damit ein wohl weltweit einzigartiges Kunstwerk geschaffen. Digitale Anleitungen ab Tablets boten die nötige Unterstützung rund um die 122 verschiedenen Bausatz-Typen.

Lego goes Vindonissa

Lego goes Vindonissa

Stein auf Stein entsteht ein römisches Legionslager. Doch nicht aus Erde, Holz und Lehm, sondern aus Lego-Steinen. Im Vindonissa-Museum in Brugg bauen Besucher und Besucherinnen ein Legionslager aus 100'000 Lego-Steinen!

«Erdbeben» sorgt für Tabula rasa

Am Sonntagnachmittag konnten nach einer Einführung durch Kantonsarchäologe Georg Matter und der feierlichen Setzung des letzten Haus-Moduls die fertiggestellten Anlagen gebührend bestaunt werden. Im Anschluss an die zusätzliche Präsentation am Römertag vom 1. Mai soll tags darauf der zügige und komplette Rückbau mit Sortierung und Verpackung in die für alle Einzelmodule bereitstehenden Kartonschachteln erfolgen.

«Im Hinblick auf die unmittelbar darauf folgende neue Bauphase sorgen wir voraussichtlich mit einem gewaltigen Erdbeben für Tabula rasa», so Projektleiterin Eva Oliveira vom Vindonissa-Museum. Die auf verschiedenen Tischen platzierten Anlagen werden nochmals genau gleich entstehen und dann bis zum 16. Oktober 2016 Gastrecht im Untergeschoss des altehrwürdigen Gebäudes beim Brugger Stadtzentrum haben. Die vom Kanton via Swisslos-Fonds erworbenen Lego-Bauteile bleiben im Besitz des Vindonissa-Museums und dürften später an andere Orte – eventuell auch an die deutsche Partnerstadt Rottweil – ausgeliehen werden.

Baupläne erhähltlich

Für Andreas Kurz, Präsident der in Guarda domizilierten, rund 120 Mitglieder zählenden Swiss Lego Users Group, war die Realisierung des Projektes im Vindonissa-Museum eine spannende Angelegenheit: «Nach unseren bisherigen Ausstellungen haben wir diese Herausforderung im Bereich unserer Hobbytätigkeit gerne angenommen und freuen uns nun über die erfolgreiche Umsetzung. Die von uns erstellten digitalen Bauanleitungen können gegen ein kleines Entgelt ab sofort von unserer Homepage heruntergeladen werden.»

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