Auenstein
«So einen Tuffgraben gibts ganz selten»

Eine Naturerscheinung zeigt sich jetzt den Spaziergängern an der Aare wieder: Der Tuffgraben, ein kleines Naturwunder.

Deborah Balmer
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Einst war der Tuffgraben in Auenstein ein Naturwunder. Ein Bach verzweigte sich in mehrere Arme, auf Terrassen aus Tuff wuchs Moos. Zwischen dem Gestein lebten seltene Amphibien und Insekten. Bis der Tuffgraben verschwand. «Alles war überwachsen und der ursprüngliche Charakter war nicht mehr erkennbar», sagte Gerhard Ammann. Er ist Geograf und ehemaliger Kantilehrer und hat den Auensteinern geholfen, ihren Tuffgraben zu sanieren.

Vertreter des Kantons und der Gemeinde waren am Freitag an den Aareweg in die Nähe des Kraftwerks gekommen, um den neuen Tuffgraben einzuweihen.

Kalknase stark abgetragen

«Es freut mich, dass unsere Gemeinde diesen faszinierenden Tuffgraben hat», sagte Gemeindeammann Christoph Wasser zur Truppe. Als er zum ersten Mal von der Idee einer Sanierung gehört habe, sei er skeptisch gewesen. «Doch heute bin ich begeistert.» Kein Wunder: «So etwas gibt es schweizweit etwa nur zwölfmal», sagte Gerhard Ammann.

«Schauen Sie mal hier», Ammann öffnet eine Box und entnimmt verschiedene Versteinerungen. «Hier, das war einmal ein Buchenblatt», so der Ex-Lehrer. «Auch Schnecken , Ästchen und Fruchtkapseln hat der Tuffgraben versteinert.»

Mit grösster Sorgfalt hat die Zivildienstgruppe Naturwerk Brugg die filigranen Kalk-Terrassen wiederhergestellt. «Eine Kalknase wurde abgetragen», so Ammann. Heute präsentiert sich der Tuffgraben wieder wie Jahrzehnte zuvor: Die Wasserführung wurde wieder so gelenkt, dass die ganze Bachbreite benetzt wird. Die verwachsenen Bereiche wurden von Totholz, Stauden und Gras befreit. Neu stehen hier auch Infotafeln. Diese sollen auf einfache Art erklären, was das Besondere an dieser Naturerscheinung ist. So erfährt, wer die Informationen durchliest, dass Kalktuff durch Kalkausfällung aus stark kalkhaltigem Quellwasser entsteht.

Kantonaler Schutz

Dieses stammt beim Auensteiner Tuffgraben aus Höhlensystemen in der Gisliflue, ein natürliches Wasserreservoir. Man erfährt, dass der Tuffgraben weiterwächst: So ist die Nase innerhalb von 30 Jahren um 60 Zentimeter in die Höhe gewachsen. Lange war er nicht beachtet. Heute möchten die Auensteiner das Naturwunder unter kantonalen Schutz stellen.

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