Römische Legionäre marschieren in ihren Gewändern, mit Helmen und Schildern ausgestattet, zum Schlachtfeld hinter der Kirche Königsfelden. Die Schlacht gegen die germanischen Krieger steht bevor. Am Wochenende stand aber nicht der Kampf im Mittelpunkt, sondern die Vorbereitung dazu. Götterverehrung war ein wichtiger Bestandteil – bei Alemannen wie Römern. Die Zeremonien wurden allerdings unterschiedlich ausgeführt.

Viele Gäste beobachten das Schauspiel auf dem Schlachtplatz: Die Alemannen stellen sich dazu mit ihren Waffen im Kreis auf. Eine Schale mit der geräucherten Beifuss-Pflanze tragend, schreitet die Zeremonienmeisterin von Krieger zu Krieger, damit diese den Rauch einatmen können. «Das soll einen für das Göttliche und das Spirituelle öffnen», erklärt der Kommentator mit dem umgehängten Tierfell. Rhythmisch schlagen die Krieger mit ihren Speeren auf die Schilder, zunächst langsam, dann immer schneller, Gesang ertönt.

In Reih und Glied warten dagegen die rund 30 Römer auf ihr Götterritual. «Viele Götter wurden verehrt. Das Opfer musste etwas Lebendiges sein – etwa Pflanzen oder Tiere», erklärt der römische Kommentator. Ein Mann im weissen, wallenden Gewand schreitet heran, hinter ihm folgen die Legionäre mit Fahnen. Auch sie bringen eine rauchende Schale, die sie auf dem Platz aufstellen. Dieser Platz wurde vor dem Ritual jeweils gereinigt. Ausserdem musste der Ort dreimal umrundet werden. «Ein Fehler in der Zeremonie und alles musste wiederholt werden. Sonst waren die Götter beleidigt», erklärte der Kommentator. Rund 120 Darstellerinnen und Darsteller aus dem In- und Ausland boten das Spektakel auf dem Schlachtplatz, zeigten aber auch, wie sie ihre Waffen für den Ernstkampf aufrüsten.

Kinder marschieren mit

Wie es sich anfühlt, als Legionär zu patrouillieren, auf Befehle zu hören und den Kampf auszutragen, wollten vor allem die Kinder erfahren. Mit grosser Begeisterung marschierten sie ihrem Befehlshaber hinterher, bei jedem «levum» stampften sie mit dem linken Fuss auf. Auf den Befehl «silencio» herrschte meist sofort Ruhe. «Fabianus» zeigte den Kindern im Heerlager die Unterkünfte, wo sie sich zur Probe hinlegen konnten. Die «Reenactment-Gruppe LEGIO XIII GEMINA» aus Wien bevölkerte das Legionslager. Genau diese Legionäre erbauten im 1. Jh. n. Chr. das Legionslager aus Holz und Lehm.

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