Seit Ende Dezember steht am Brugger Bahnhof auf Windischer Seite, gleich neben dem Aperto-Laden, ein «My Post 24»-Automat. Dort werden Pakete vom Postboten deponiert, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Damit dieser Automat aufgestellt werden konnte, mussten die Sitzbänke, die an der Wand fixiert waren, entfernt werden.

Heute zeugen herausstehende Schrauben noch davon, dass hier einst Bänke an der Mauer befestigt waren. Vor einigen Wochen waren diejenigen, die öfters mal an diesem Ort anzutreffen sind, noch zuversichtlich, dass es bald wieder eine Sitzgelegenheit gibt.

Falsch gedacht: Die SBB werden die Bänkli nicht ersetzen. Zum Leidwesen vieler, die es sich auf den Bänkli vor dem Aperto jeweils gemütlich machten, um sich zu verpflegen oder auch mal ein Bier zu trinken.

SBB: «Genügend Möglichkeiten»

Die Antwort der SBB auf die Frage, warum es keine neuen Bänkli gibt, lautet: «Es gibt nach wie vor eine Sitzbank (jene aus Beton, gleich neben dem Aperto, die allerdings nicht überdacht ist und somit nicht wettergeschützt ist, Anm. d. Red).

Weitere Sitzbänke für unsere Kunden gibt es auf allen Perrons (Wartehallen und Sitzbänke). Zudem gibt es ein Wartehäuschen direkt neben dem Aufnahmegebäude.» Die SBB sind überzeugt, dass es am Bahnhof Brugg genügend Sitzmöglichkeiten und Alternativen für ihre Kundschaft gibt. Reklamationen habe es bisher keine gegeben, so SBB-Mediensprecherin Michelle Rothen.

Der Verdacht liegt nahe, dass die SBB die Bänkli entfernt haben, weil sie verhindern wollen, dass am Bahnhof herumgehangen und herumgelungert wird. Der Platz vor dem Aperto ist bekannt dafür, dass sich Schüler, Passanten, manchmal auch Randständige, hier treffen, um zu essen oder auch nur zu plaudern. Auf die Frage, ob die Bänkli entfernt wurden, weil hier oft zu viel Alkohol getrunken wurde, sagt Michelle Rothen: «Im Vordergrund stand die Montage des ‹MyPost24›-Automaten.»