Birr
Sieben Kandidaten kämpfen um die fünf Sitze im Gemeinderat

Die Ausgangslage für die auf den 22. September angesetzten Gesamterneuerungswahlen für die Birrer Exekutive ist nicht einfach, wie das von az-Redaktor Hans Fahrländer geleitete Podium aufzeigte.

Max Weyermann
Drucken
Teilen
Von rechts: Die bisherigen Gemeinderäte Alfred Hatt, Daniel Zimmermann, Markus Büttikofer, André Guillet, Tobias Kull und die neuen Kandidaten René Grütter und Hans Rudolf Bleuel. Max Weyermann

Von rechts: Die bisherigen Gemeinderäte Alfred Hatt, Daniel Zimmermann, Markus Büttikofer, André Guillet, Tobias Kull und die neuen Kandidaten René Grütter und Hans Rudolf Bleuel. Max Weyermann

Max Weyermann

Gemeindeammann Markus Büttikofer (FDP), Vizeammann André Guillet (parteilos) und die Gemeinderäte Alfred Hatt (parteilos), Tobias Kull (SVP) sowie Daniel Zimmermann (parteilos) möchten ihre Arbeit im Sinne der Kontinuität weiterführen.

Die neuen Kandidaten Hans Rudolf Bleuel (SVP) und René Grütter (parteilos; er aspiriert auf den Posten des Gemeindeammanns) wollen gemäss ihren Aussagen für frischen Wind sorgen. Sie betonten, der amtierende Gemeinderat habe zwar nicht alles falsch gemacht, aber gewisse Korrekturen wären doch erforderlich. Als Angriff sehen sie ihr teils doch recht kritisches Auftreten nicht, sondern vielmehr als Ermöglichen einer Auswahl.

Gemeindeammann Markus Büttikofer schilderte das bislang mitunter nicht immer einfache Verhältnis zwischen den Nachbargemeinden. Dazu gehören unterschiedliche Auffassungen, eine manchmal eher harzige Kommunikation, eine gescheiterte Fusion.

«Auch wir haben angesichts der uns belastenden Probleme ab und zu nicht bestmöglich gehandelt, aber wir möchten die Situation verbessern, was die jüngsten Gespräche mit Lupfig zeigen.» Daniel Zimmermann ging unter anderem auf den nicht zustande gekommenen Zusammenschluss mit Birrhard ein. «Es kam leider zu Missverständnissen, und auch im Rahmen der Projektführung ist nach unserer Ansicht nicht alles optimal.»

Alfred Hatt: «Schwierigkeiten ergeben sich manchmal daraus, dass Birr zwar die meisten Einwohner hat, aber strukturbedingt zur Finanzschwäche neigt. Bei Gemeindeverträgen mit pro Kopf berechneten Beiträgen kann dies bedeuten, dass unsere Kasse strapaziert wird.»

Tobias Kull: «Die Finanzen sind für uns ein zentrales Thema. Wir haben seitens von Bund und Kanton hohe gebundene Auslagen. Aus dem was uns bleibt versuchen wir das Beste herauszuholen. Wir bemühen uns auch, mehr Industrie nach Birr zu holen, um mehr Einnahmen zu generieren.»

Vizeammann André Guillet erklärte, auf dem emotional stark geprägten Gebiet der Schule habe man versucht, mit den Nachbargemeinden einvernehmliche Lösungen zu finden. «Die Kündigung des Regos-Vertrages durch uns wird nun möglicherweise im Hinblick auf Gespräche etwas bewegen.»

André Grütter: «Partnerschaften müssen immer auf Augenhöhe basieren. Das von gegenseitiger Achtung geprägte Gespräch ist entscheidend.» Der gegen den bisherigen Gemeindeammann in den Ring steigende Kandidat zählte diverse aus seiner Sicht als gravierend zu wertende Fehler des Gemeinderates auf und machte sich unter anderem für die Erhöhung der Verkehrssicherheit und für mehr Ordnung auf Schulanlagen stark.

Hans Rudolf Bleuel erhofft sich für das Eigenamt speziell im Bereich der Schule einen besseren Konsens. «In verschiedenen Bereichen haben beide Seiten Fehler gemacht, aber es sollte doch möglich sein, in den für die Zukunft wichtigen Belangen eine gute gemeinsame Basis zu finden.»

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die lebhafte Diskussion. Kritische Fragen an die bisherigen Gemeinderäte und die neuen Kandidaten sowie Vorwürfe und Repliken zu den angeschnittenen Themen wechselten sich ab. Es entstand der Eindruck, dass sich der amtierende Gemeinderat nach Kräften bemüht, die ihm aufgetragenen Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu bewältigen. Immer ist dies nach Auffassung von René Grütter und Hans Rudolf Bleuel nicht gelungen. Der Nutzen einer «Blutauffrischung» im Gemeinderat wurde vom Stimmen aus dem Publikum sowohl befürwortet als auch angezweifelt.