Sie waren ziemlich aufdringlich, die Männer, die kürzlich bei einem Brugger vorfuhren und ihn vor seinem Haus ansprachen: Sie möchten, sagten sie in gebrochenen Deutsch, die Fensterläden schleifen und neu streichen. Die angeblichen Maler versicherten, dass sie gute Arbeit leisten und einen Spezialpreis garantieren.

Gleich dreimal innerhalb von zwei Tagen erhielt der Brugger ungebetenen Besuch. Seinen Namen will der Hausbesitzer nicht in der Zeitung lesen. Denn es gehe nicht um seine Person und er möchte keinesfalls weitere Handwerker anlocken, hält er fest.

Aber solche Vorfälle habe er in dieser Häufigkeit in über zwanzig Jahren noch nie erlebt in seinem Einfamilienhausquartier in Brugg. Vielleicht sei es aus diesem Grund sinnvoll die Bevölkerung zur Vorsicht aufzurufen.

«Es ist durchaus denkbar, dass es in der Region zu weiteren, ähnlichen Vorkommnissen gekommen ist, dass andere Liegenschaftsbesitzer die gleichen Erlebnisse gehabt haben.»

Weder Firmenname noch Logo

Welcher Nationalität die angeblichen Maler waren, sei schwer zu sagen, fährt der Brugger fort. Die Männer seien sich vom Typ her alle sehr ähnlich gewesen, hätten einen eher dunklen Teint gehabt und mit französischem Akzent gesprochen.

Getragen hätten sie weisse Hosen mit vielen Farbflecken und vorgefahren seien sie mit weissen Kastenwagen mit Zürcher Kontrollschildern. Ein Firmenname oder ein Logo sei nirgends zu erkennen gewesen.

Die Handwerker hätten an seiner Haustüre geklingelt, einmal sei einer aus dem Fahrzeug gesprungen, just als er nach Hause gekommen sei, sagt der Liegenschaftsbesitzer. Der Fremde sei ihm durch den Garten gefolgt, habe ihn immer wieder darauf hingewiesen, dass die Fensterläden einen neuen Anstrich nötig hätten. Auch bot er einen Probeanstrich an. «Die Männer wollten sich offenbar unbedingt einen Auftrag sichern», sagt der Brugger. «Sie schienen dringend auf Arbeit angewiesen zu sein.»

Der betroffene Einfamilienhausbesitzer aber hatte ein ungutes Gefühl. Schliesslich sei in den letzten Wochen immer wieder von Trickbetrügern, unter anderem von sogenannten «Teer-Hausierern», zu hören und zu lesen gewesen. Er machte den Besuchern unmissverständlich klar, dass er keine Arbeiten wünsche – auch wenn seine Fensterläden, räumt er ein, durchaus etwas Farbe nötig hätten. Die Handwerker hätten das deutliche Nein erst nicht akzeptieren wollen, hätten mehrmals recht penetrant insistiert, seien schliesslich aber mit einem Murren – vielleicht sei es auch ein Fluchen gewesen – doch von dannen gezogen.

Unter Umständen, gibt der Brugger zu bedenken, tue er den fremden Männern unrecht, vielleicht handle es sich ja tatsächlich um redliche Handwerker, die ihre Arbeit zur vollen Zufriedenheit ausführen. «Ich möchte ihnen keine böse Absicht unterstellen.» Trotzdem wolle er selber entscheiden, wem und wann er einen Auftrag für Arbeiten an seinem Haus erteilen will.

«Fast täglich» Meldungen

Meldungen über Handwerker, die bei Privatliegenschaften vorsprechen und Arbeiten ausführen wollen, treffen bei der Kantonspolizei Aargau «fast täglich» aus dem ganzen Kantonsgebiet ein, sagt Mediensprecher Roland Pfister.

«Wir empfehlen, keine dubiosen Handwerker mit Arbeiten zu beauftragen. Falls diese bei jemandem auffallen oder gar aufdringlich erscheinen, soll umgehend die Polizei verständigt werden. Damit ist es möglich, diese einer Personenkontrolle zu unterziehen. Somit kann auch geprüft werden, ob allfällige strafbare Handlungen im Raum stehen.» Eine Häufung von Vorkommnissen sei derzeit allerdings nicht auszumachen, fügt Pfister an. Übermässig auffällig seien Trickbetrüger oder Trickdiebe nicht.

Pro Senectute Aargau empfiehlt, immer misstrauisch zu sein, wenn unbekannte Personen an der Haustüre klingeln. Es gelte, Unbekannten keinesfalls Geld zu geben, keine mündlichen Aufträge an Handwerker oder Gartenarbeiter an der Türe zu erteilen, sondern für solche Tätigkeiten immer eine bekannte Firma aus der Region zu beauftragen.

Teerende Gauner wieder unterwegs

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