Trotz Albumtitel: Auf Konfrontationskurs sind Gitarrist Kevin Schaffer und Bassist Nico Ardüser im Gespräch an diesem Nachmittag keineswegs. Abgesehen von Lederjacke und Iron-Maiden-Shirt erinnert nichts an laute, wilde Musiker. Im Gegenteil: Zuvorkommend und überlegt geben sie Auskunft zu ihrem neusten Werk.

Dieses sei eine deutliche Steigerung zu ihrem Erstling «March Of The Night», sind sie überzeugt. Die Band habe in den letzten Jahren viele Erfahrungen gesammelt und an Routine gewonnen. «Die Songs sind anspruchsvoller und abwechslungsreicher geworden», halten Schaffer und Ardüser übereinstimmend fest und ergänzen: «Beim ersten Album wussten wir im Studio nicht so recht, was uns erwartet. Diesmal konnten wir uns mehr Zeit nehmen und trotz gewisser Nervosität entspannter an die Aufnahmen herangegangen. Wir haben spontan auch neue Ideen und überraschende Elemente einfliessen lassen.»

Chart-Platzierung wäre das Grösste

Stattgefunden haben die Aufnahmen während rund zwei Wochen im Little Creek Studio von V. O. Pulver in Gelterkinden. Die Zusammenarbeit mit dem ausgewiesenen und in der Szene bekannten Produzenten sei zwar anstrengend, gleichzeitig aber auch äusserst angenehm gewesen. «Von seinem breiten Wissen konnten wir enorm profitieren.»

Kurz: «Wir sind zufrieden und können hinter dem Werk stehen», sagen Schaffer und Ardüser. «Schön wäre es, wenn ‹Confrontation› vielen Leuten gefällt.» Vielleicht, so hoffen sie, treffe die eine oder andere Konzertanfrage ein und sie könnten ihre Musik sogar im Ausland präsentieren. Das Grösste wäre, fügen sie an, eine Chart-Platzierung. «Aber in erster Linie möchten wir einfach möglichst viel spielen.»

Die CD-Taufe steht am Samstag, 29. März, im Dynamo Saal in Zürich auf dem Programm. Mit Freude erwähnt Gitarrist Schaffer, dass mit Non Stop Music Records eine Firma gefunden wurde, die das Album für den Schweizer Handel vertreiben wird. Anders gesagt: «Schon bald wird man unsere CD in Geschäften und in Onlineshops sowie weltweit über die gängigen Downloadportale erwerben können.» Schaffer spricht von einer Riesenchance. Gefragt gewesen seien Hartnäckigkeit sowie persönliche Kontakte.

Ein Netzwerk sei im Musik-Geschäft grundsätzlich von Bedeutung, wissen Schaffer und Ardüser. Vor allem aber müsse eine Band die Initiative ergreifen. «Auf volle Konzertsäle warten bringt nichts. Wir kümmern uns deshalb oft selber um die Organisation unserer Auftritte und um die Werbung.»

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Atlas & Axis - Elements

Geld ist kaum zu verdienen

Illusionen machen sich die beiden nicht: Von der Musik leben zu können, sei fast nicht möglich. Bis auf Romana Kalkuhl, die Gitarrenlehrerin, gehen alle Bandmitglieder einem anderen Beruf nach.

Auch wenn sie mit «Confrontation» nicht reich werden dürften: «Mit dem Album erhalten wir etwas Handfestes. Das ist sehr wertvoll für uns, denn wir wenden viel Zeit auf für die Band und die Musik.» Sowieso sei es nicht das Hauptziel von Atlas & Axis, Geld zu verdienen: «Die Einkünfte stecken wir fortlaufend in neue Projekte.»

Gegründet wurden Atlas & Axis vor ziemlich genau fünf Jahren. Über einen gemeinsamen Gitarrenlehrer lernte Kevin Schaffer die Gitarristin Romana Kalkuhl kennen. Die beiden stellten fest, dass sie musikalisch die gleichen Vorstellungen haben und holten Bassist Nico Ardüser und Schlagzeuger Roman Zeindler ins Boot. Etwas später stiess Sänger Jonas Ambühl dazu. Von ihm stammt der Bandname Atlas & Axis – ein Begriff aus der Anatomie. Als Atlas und Axis werden die ersten beiden Halswirbel des Menschen bezeichnet.

Ihre Musik beschreiben Atlas & Axis als Power-Metal, inspiriert würden sie in erster Linie von den Gruppen der Achtzigerjahre. Als Beispiele fallen die Namen Judas Priest oder Savatage.

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Atlas & Axis Live at Casino Wohlen 2012 (Winter)

Kroatien-Konzerte als Höhepunkt

Als Höhepunkte in der Bandgeschichte nennen Schaffer und Ardüser die Veröffentlichung des ersten Albums «March Of The Night» sowie die vielen Konzerte. In bleibender Erinnerung blieb vor allem die Tournee in Kroatien – mit Zuhörern, die völlig aus dem Häuschen gewesen seien. «Wir haben viele tolle Sachen erlebt und wirklich tolle Menschen kennen gelernt.»

Zwei bis dreimal pro Woche wird in Brugg geprobt – konzentriert und seriös wohlverstanden. «Wir wollen vorwärtskommen, wollen ein gewisses Niveau erreichen», sagt Gitarrist Schaffer. Das sei zwar anstrengend, aber: «Es kommt extrem viel zurück. Das gibt Energie, das ist unsere Motivation.»

Getauft wird «Confrontation» am Samstag 29. März, 19 Uhr, im Dynamo Saal Zürich. Auftreten werden überdies: Damir’s Rising Force, Influence X, Final Crusade und Dolohruz. Tickets für 20 Franken sind im Vorverkauf zu haben via atlasaxis@gmx.ch; Abendkasse 25 Franken. Für 50 Franken ist ein Golden-Ticket inklusive Album und Shirt erhältlich.