Riniken
Sie stopfen die Lücke im Brugger Kulturkalender

Mit dem kleinLaut-Festival startet im Juli ein neues, familiäres Festival, das sich Gehör verschaffen will.

Matthias Hausherr
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Das OK mit Joëlle Simmen (Marketing/Kommunikation, hinterste Reihe, 1. von r.).ZVG

Das OK mit Joëlle Simmen (Marketing/Kommunikation, hinterste Reihe, 1. von r.).ZVG

zvg / verein kleinlaut

Im Juli zirpen wieder die Grillen in Riniken. Zwei Jahre lang war es still beim Eichwald, nachdem das Organisationskomitee des «Free for Peace»-Festivals keine Nachfolger gefunden hatte. Joëlle Simmen, Cédric Berli und Martin Schaub haben damals als Freiwillige mitgeholfen. «Das Ende des Festivals empfanden wir als Lücke im Brugger Kulturleben», sagt Joëlle. Mit diesem Gefühl waren die drei nicht alleine. Bald fanden sie Gleichgesinnte, um ein OK für ein neues Festival auf die Beine zu stellen. Obwohl die meisten Mitglieder im zehnköpfigen Team bis dahin schon Projekterfahrung in Kulturbetrieben gesammelt hatten, war die Organisation eines Open Air-Festivals für alle ein Novum. Am letzten Lauschalle, das jeweils am Brugger Jugendfest stattfindet, hatte das OK seine Feuertaufe. Die Organisation des Mini-Open Airs zusammen mit dem Jugendkulturhaus Piccadilly sollte dem Team als Hauptprobe dienen, die es gut bestanden hat. Die Vorarbeiten sind also getan, jetzt gehts ans Umsetzen: Das kleinLaut-Festival in Riniken geht am 24. und 25. Juli zum ersten Mal über die Wiese.

Von vorne anfangen

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Free for Peace, wusste man bereits, dass man hinsichtlich eines Austragungsortes in Riniken auf fruchtbaren Boden treffen würde. Ansonsten möchten sie sich aber vom Free for Peace distanzieren. «Klar ist das kleinLaut-Festival so etwas wie der kleine Bruder. Aber auch kleine Brüder möchten gerne als eigenständig betrachtet werden», sagt Cyrill Sutter, Teil des Booking-Teams. Der Vergleich mit einem kleinen Bruder passt. Während das Free for Peace über die Jahre gewachsen ist, muss das kleinLaut wieder von vorne anfangen. Das Gelände ist deshalb kleiner, aber nicht minder charmant gestaltet.Überall auf dem Platz gibt es Unterstände und Zelte – auch eines mit einer Bibliothek und ein Zelt, in dem man selber Limonade machen kann. Für den Fall, dass es regnen sollte, ist also für Unterstände gesorgt. Falls die Sonne scheint, sind der Wald oder ein Bad im Umiker Schachen nicht weit.

Die Besucher erwartet ein familiäres Festival mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm. Die Musikpalette ist absichtlich breit angerührt worden. Zu den Highlights gehören die norwegische Indie-Band Team Me, Reggae von Jahcoustix aus Deutschland und Roy de Roy aus Wien, die mit ihrem Balkan-Folk-Punk-Gemisch eine super Live-Band abgeben. Nebst den grösseren sollen auch regionale Bands eine Bühne erhalten. So wie die Badener Elektropopband Finger Finger oder das Brugger Trio von Ellas.

Kleinlaut. Das Wort meint doch eigentlich den Rückzug aus einem sehr selbstsicheren Auftritt? «Das ‹Kleinlaut› ist eher wörtlich zu verstehen. Wie eine Grille. Die ist zwar klein, kann aber sehr laut zirpen», sagt Joëlle. «Auch das kleinLaut-Festival ist noch relativ klein, aber wir wollen die zwei Tage trotzdem recht laut werden.» Die Grillen hat man gleich zum Logo des Festivals gemacht. Im Rahmenprogramm findet sich neben einem Zauberer und einem Kupp-Turnier denn auch eine Insektenführung im angrenzenden Wald.

80 Freiwillige helfen mit

Das Festivalgelände ist etwa 40 Minuten vom Brugger Bahnhof entfernt. Extrabusse gibt es nicht, aber die Organisatoren möchten die Besucher motivieren, zu Fuss oder mit dem Velo anzureisen. Wer das Auto zu Hause lässt, wird am Ende des Rinikersteigs mit einem Durstlöscher belohnt. Für die Übernachtung steht ein Zeltplatz zur Verfügung, wo man am Samstagmorgen gegen einen Unkostenbeitrag frühstücken kann.

Neben dem OK helfen rund 80 Freiwillige mit. «Weitere Helfer für den Auf- und Abbau oder Künstler fürs Rahmenprogramm sind sehr willkommen und dürfen sich gerne bei uns melden», sagt Joëlle. «Freiwillige und Künstler fürs Rahmenprogramm erhalten als Belohnung einen Gratiseintritt und Verpflegung.» Finanziell unterstützt wird das Festival durch Förderbeiträge vom Aargauer Kuratorium und von der Metron. Einiges an Material konnte das OK-Team von ehemaligen Festivals übernehmen. Darüber hinaus finanziert sich das Festival über Sponsoren und Gönnerbeiträge und durch die Eintritte. Einen Vorverkauf gibt es allerdings nicht. Man hofft, dass das Wetter mitspielt, sodass zahlreiche Leute kommen werden. Auch Familien und Kinder sind ausdrücklich willkommen.

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