Zusammen mit einem professionellen Orchester und mit professionellen Solisten ein weitgehend unbekanntes Stück aufführen: Diese Gelegenheit bietet sich interessierten Sängerinnen und Sängern im Rahmen des 3. Fröhlich-Tags. Zu Ehren des Brugger Komponisten erklingt die Passions-Cantate. Eigens für diesen Anlass wird ein Projektchor ins Leben gerufen.

Chorleiter Markus J. Frey verspricht ein unvergessliches Erlebnis: Die Teilnehmer könnten tolle Musik und Menschen kennenlernen, gemeinsam musizieren und am Schluss zwei besondere Konzerte bestreiten. Sich in dieses herrliche Werk von Friedrich Theodor Fröhlich zu vertiefen, lohne sich, ist Frey überzeugt. Es sei sehr vielfältig und abwechslungsreich – aber auch anspruchsvoll, fügt er an. Angesprochen seien deshalb Sängerinnen und Sänger, die bereits über Chorerfahrung verfügen. Nach der Anmeldung erhalten sie die Noten und eine Übungs-CD. «Eine gewisse Vorbereitung ist erforderlich.»

Ewas nervös sei er schon, räumt Frey mit einem Lachen ein beim Gespräch in seinem Atelier in der Brugger Altstadt. «Passen die Stimmen zusammen? Tönt es wie gewünscht? Können wir das Publikum ansprechen?», nennt der 42-jährige Musiker und Chorleiter ein paar Fragen, die ihm derzeit durch den Kopf gehen. Auch wenn es nicht sein erstes Chorprojekt sei: «Die Aufregung bleibt jeweils bis zum Schluss.» Zudem seien die beiden Auftrittsorte – die Stadtkirche in Brugg und die Martinskirche in Basel – sehr unterschiedlich, gibt er zu bedenken. Der zweite Auftrittsort hange mit seinem Kernchor zusammen, der aus der Region Basel stammt, erklärt er. Ebenfalls befinde sich, als weiterer Bezug, der gesamte Nachlass von Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836) in der Unibibliothek Basel.

Vorbereitungen sind aufwendig

Die Fröhlich-Gesellschaft und der Kulturverein Fröhlich-Konzerte in Brugg haben sich vor einigen Jahren dem Werk des Komponisten angenommen. «Wir möchten auch die unbekannten Stücke dem Publikum näher bringen», sagt Frey. An den bisher durchgeführten beiden Fröhlich-Tagen konnten einige – vor allem Lieder und Streichquartette – aufgeführt werden. Vom Stil her sei das Werk vergleichbar mit demjenigen von Felix Mendelssohn.

Aufgeführt wird die Passions-Cantate des Brugger Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836).

Aufgeführt wird die Passions-Cantate des Brugger Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich (1803–1836).

Bei den Nachforschungen stiessen die Verantwortlichen auf die Passions-Cantate. «Man kann nicht davon ausgehen, dass diese schon von vielen gesungen wurde», stellt Frey fest. Da aber vor rund zehn Jahren eine Aufführung in Genf stattfand, war das Notenmaterial vorhanden und relativ einfach zu beschaffen.

Trotzdem: Die – weiteren – Vorbereitungen sind aufwendig und mussten von langer Hand geplant werden. Nicht nur die Recherchen brauchten Zeit, auch die Geldsuche sei anspruchsvoll, führt Frey aus. Das Budget für den Fröhlich-Tag sowie die beiden Konzerte beläuft sich auf voraussichtlich rund 70 000 Franken. Unterstützung zugesichert haben die Stadt Brugg, das Aargauer Kuratorium sowie kleinere Stiftungen. «Wir planen Schritt für Schritt und sind zuversichtlich, dass die Rechnung am Schluss aufgeht.»

60 Sänger sind das Ziel

Zuversichtlich ist der Chorleiter ebenfalls, dass er insgesamt mindestens 60 Sängerinnen und Sänger – so lautet das Ziel – für das Projekt begeistern kann. «Ganz so viele haben wir noch nicht beisammen. Aber es sind schon einige Anmeldungen eingegangen. Wir sind auf einem guten Weg», sagt er. «Von der Anzahl her sind uns keine Grenzen gesetzt.» Noch in der Minderzahl seien momentan die Männerstimmen.

Der Vorteil sei, dass für dieses befristete Projekt vielleicht auch Personen gewonnen werden können, die sonst aus Zeitgründen nicht für einen Beitritt in einem Chor zu haben wären, vermutet Frey. «Zehn Probentermine lassen sich für die meisten trotz anderer Verpflichtungen gut einrichten.»

Der Anmeldefrist läuft bis 15. Dezember. Am Dienstag, 8. Januar 2019, erfolgt der Probenstart in Brugg. Die vielen positiven Reaktionen hätten etwas vom anfänglichen Druck von ihm genommen, sagt Frey. Auch sei er zum Glück nicht alleine. «Projekte dieser Grössenordnung müssen im Team erarbeitet werden.» In Brugg seien es allen voran Barbara und Johannes Vigfusson von der Fröhlich-Gesellschaft, die das Vorhaben unterstützten und mittragen. «Da bin ich sehr dankbar.» Frey hofft, dass die Passions-Cantate nicht zum letzten Mal erklingen wird. Denn der Komponist Fröhlich sei in Musikerkreisen international bekannt. «Wir sollten seine Werke häufiger aufführen.»