Windisch

Sie sorgt für den perfekten Sommersound – und ist bereit, durchzustarten

«Shoot My Shot» lautet der Titel der ersten Single von Joebelle.

«Shoot My Shot» lautet der Titel der ersten Single von Joebelle.

Die 25-jährige Joebelle aus Windisch ist in einer musikbegeisterten Familie aufgewachsen und ist bereit, als Künstlerin durchzustarten.

Sie sprüht vor Energie, strahlt mit der Sonne um die Wette an diesem schwül-heissen Nachmittag. «Ich bin mega glücklich», stellt Joebelle fest. Die 25-jährige Windischerin hat eben ihre erste Single «Shoot My Shot» samt dem dazugehörigen Videoclip veröffentlicht – und liefert mit ihrer eingängigen, tanzbaren R&B-Nummer den perfekten Sommersound.

Diese Produktion sei eigentlich ihr Coronaprojekt, sagt sie. Denn ursprünglich geplant hatte sie für dieses Jahr eine Auszeit. Das heimtückische Virus aber machte ihr einen dicken Strich durch die Rechnung. Nach einem ersten Dämpfer rappelte sich Joebelle auf und setzte auf die Musik. Die Single komme zum genau richtigen Zeitpunkt, ist sie überzeugt, trotz schwierigen Rahmenbedingungen.

Alle spielen ein Instrument, singen oder tanzen

«Ich hatte keine andere Wahl», antwortet die aufgestellte, unkomplizierte junge Frau mit einem herzlichen Lachen auf die Frage, wie sie zur Musik ge­kommen ist. In Brugg geboren, ist Joebelle mit ihren Eltern – sie stammen aus den Philippinen – sowie ihrer älteren Schwester in einem musikbegeisterten Umfeld gross geworden.

Schon ihr Grossvater habe im Kirchenchor gesungen und auch alle ihre Verwandten und Freunde hätten entweder ein Instrument gespielt, gesungen oder getanzt. «Meine Kindheit war aufregend, wir hatten immer Programm.»

Ihre Familie besass – «wie praktisch alle asiatischen Haushalte» – ein Karaoke-Gerät. Mit fünf Jahren wurde Joebelle das Mikrofon in die Hände gedrückt. Sie habe vor allem Balladen gesungen oder OPM, Original Pilipino Music. Wenn sie damals Britney Spears nachgeeifert habe oder den Hit «My Heart Will Go On» von Céline Dion zum Besten gab – «mindestens zehnmal hintereinander!» –, dann hätten sich alle im Wohnzimmer versammeln und ihr zuhören müssen.

«Ich stand gerne vor Publikum, genoss den Applaus», erinnert sie sich. «Meine Eltern mussten einiges mitmachen», fügt die genauso lebhafte wie bodenständige Windischerin mit einem Schmunzeln an. Ihre Schwester wie auch ihre Eltern seien nicht nur ihre grössten Unterstützer, sondern auch ihre ehrlichsten Kritiker.

Die Musikrichtungen R&B, Pop und Hip-Hop haben sie als Teenager beeinflusst, die Sängerinnen Alicia Keys oder Beyoncé Knowles mit der Girlgroup Destiny’s Child. Sie nehme aber die verschiedensten Einflüsse auf. «Ich bin für alles zu haben.»

Ihre Familie hat sie früh gefördert. Schon in der Primarschule besuchte Joebelle den Klavierunterricht, kam mit der klassischen Musik in Kontakt. In der Oberstufe genoss sie Gesangsunterricht. Während ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau HF – sie hat die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Brugg absolviert und ein Studium in Aarau angehängt – sowie der folgenden 100-Prozent-Anstellung in einer Klinik sei die Musik dann leider etwas zu kurz gekommen.

Text zu Papier zu bringen, war eine Herausforderung

Den Grundgedanken für «Shoot My Shot» hatte sie zwar seit längerem im Kopf. Sich aber tatsächlich hinzusetzen, den Text und die Musik zu Papier zu bringen, sei eine spannende Herausforderung gewesen. Bei der Aufnahme im Studio in Schaffhausen habe sie tolle Unterstützung erfahren des Künstlers und Produzenten Tony Dean.

«Wir haben uns auf Anhieb super verstanden», blickt Joebelle zurück. «Das Zwischenmenschliche hat sofort gepasst.» Innerhalb eines Nachmittags hat sie das Stück eingesungen. Das Resultat sei besser herausgekommen, als sie es sich erträumt habe. Schnell ging es ebenfalls beim Videoclip, der mit dem von Freunden gegründeten Management- und Promotion-Label Wavyting­studios realisiert wurde.

«Auch hier waren wir sogleich auf einer Wellenlänge.» Gedreht wurde an einem Abend im WOW Museum in Zürich. «Die professionelle Produktion war eine neue Erfahrung für mich, ich durfte viele talentierte Menschen treffen», hält Joebelle fest.

Beim Unterfangen, die Single und den Videoclip auf den entsprechenden Plattformen – von Spotify über iTunes bis Youtube – zu platzieren, habe sie viel über die Technik und das Marketing gelernt. Immer wieder habe sie improvisieren müssen. «Sonst bin ich aber jemand, der gerne sehr strukturiert arbeitet», gibt sie zu bedenken.

«Hey, es ist okay. Zu verlieren habe ich nichts»

Beim Songtitel handelt es sich übrigens um eine Redewendung, die im Englischen dann verwendet wird, wenn eine Frau oder ein Mann eine fremde Person ansprechen will, die sympathisch ist. Diesen Gedanken hat Joebelle in eine Geschichte verpackt. «Ich möchte mich an alle modernen Frauen richten und sie ermuntern, selbstbewusst aufzutreten, eine aktive Rolle einzunehmen, den ersten Schritt zu machen.»

Der Titel treffe zudem ihre eigene Lebenseinstellung, denn es gelte, auch einmal etwas zu wagen. «Die Musikbranche ist hart, die Konkurrenz ist riesig, warum sollte es ausgerechnet bei mir klappen mit meiner ersten Single?», fragt sie. «Aber hey, es ist okay, ich versuche es trotzdem und hole das Beste aus mir heraus. Zu verlieren habe ich nichts.»

Klar mache sie sich Gedanken, wie ihr Herzensprojekt bei den Zuhörern ankomme, zweifle dann und wann an ihren Fähigkeiten. Bis jetzt aber habe sie ausschliesslich positive Reaktionen erhalten, viele Gratulationen. «Das ist eine riesige Motivation.»

Ziel sei es nun, den Leuten ihre Musik näher zu bringen, auch wenn es derzeit nicht einfach sei, an Auftrittsmöglichkeiten zu kommen. Die Zuhörer sollen tanzen, mitsingen und abschalten können, für einen Moment aus dem Alltag entfliehen – genau wie Joebelle es selber kann mit der Musik nach einem strengen Arbeitstag.

Bereits hat die sympathische Newcomerin Ideen für neue Songs. Ihrem Beruf in der Pflege werde sie zwar treu bleiben, sei aber gespannt, wie sich ihre Musikkarriere entwickelt. «Ich bin auf den Geschmack gekommen.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1