Windisch

«Sie sagten, ich habe dreckige Hände»: Musiker aus Windisch rappt über Rassismus

Die Rapper Morish (l.) und Siga machen in ihren Songs auf wichtige Themen wie Flucht und Rassismus aufmerksam.

Die Rapper Morish (l.) und Siga machen in ihren Songs auf wichtige Themen wie Flucht und Rassismus aufmerksam.

Der Windischer Morish rappt mit Kollege Siga über das Thema Flucht. Bereits in der Kindheit hat der Musiker mit Wurzeln in Sri Lanka schon Rassismus erlebt. Immer wieder wird der 27-Jährige seither mit negativen Erfahrungen konfrontiert. Diese verarbeitet er in seinen Songs.

Es begann in der ersten Klasse. Mitschüler wollten nicht, dass Morish sie berührt. Sie sagten, er habe dreckige Hände. Der Rapper hat Wurzeln in Sri Lanka. Aufgewachsen ist er in der Schweiz, zur Schule ging er in Windisch. Der 27-Jährige hat immer wieder Rassismus erlebt. «Und es hört einfach nicht auf», sagt er. «Das verstehe ich nicht.»

Das Beispiel aus der Schule ist eines von vielen. «Einmal stand ich mit meinen dunkelhäutigen Kollegen an einer Bushaltestelle. Ein Auto fuhr heran, das Fenster ging runter und dann rief einer: ‹Ihr Drecksneger!›», erzählt Morish. «Das verletzt.» Das letzte negative Erlebnis hatte er kurz vor dem Lockdown in Baden. In einer Unterführung sei ihm einer entgegengekommen und habe ihn angeschrien: «Geht doch zurück, ihr dreckigen Neger!» Es sind Worte, die treffen.

Windischer Rapper Morish, Siga und Vanessa

Morish nutzt die Musik, um schlechte Erfahrungen zu verarbeiten. In einem neuen Song seines Förderers, Rapper Siga, hat er einen Auftritt. «Flüchtling» heisst der Song. Er handelt von der Flucht von Siga als Fünfjähriger aus Sri Lanka. «Menschen starben auf dem Weg, es war ein Labyrinth. In den Armen meiner Mutter, ich war ein Kind», lautet ein Teil des Textes.

«In der Schweiz erlebe ich grösstenteils Toleranz»

Siga rappt von seiner neuen Heimat, vom Rassismus, den er erfahren hat: «Hey, die Farbe Schwarz ist, was dich nervt. Das Blut ist rot, wie Gott mich schuf – genau wie dich. Ich hab mich angepasst – doch fühle mich nur boykottiert. Ich habe die Schnauze voll – wann werdet ihr mich akzeptieren.»

Siga flüchtete nach Deutschland, wo er aufwuchs. Heute wohnt er mit seiner Familie in Dietikon. Rassismus erlebt Siga sogar an seinen Konzerten. Als Neger sei er beschimpft worden, einer habe den Hitlergruss gezeigt. Aber: «In der Schweiz erlebe ich grösstenteils Toleranz und Gleichberechtigung. Wenngleich es auch hier nicht immer einfach ist für einen Hochdeutsch sprechenden Schwarzen», sagt er. Mit «Flüchtling» will er zu einem friedlichen Miteinander ohne Rassismus und Fremdenhass aufrufen. 

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