Brugg

Sie heisst «Olanga»: Wie ein Start-up mit einer neuen App gegen Food-Waste kämpft

Setzen sich für nachhaltige Gastronomie ein (v. l.): Heiner Gysi, Max Schwarz AG; Thomas Heim, Co-Gründer Olanga AG; Max Schwarz, Max Schwarz AG; Petar Mandaliev, Co-Gründer Olanga AG.

Setzen sich für nachhaltige Gastronomie ein (v. l.): Heiner Gysi, Max Schwarz AG; Thomas Heim, Co-Gründer Olanga AG; Max Schwarz, Max Schwarz AG; Petar Mandaliev, Co-Gründer Olanga AG.

Eine neue App soll Gastronomen nach Corona mehr Planungssicherheit bieten. Und die Kunden profitieren von Bonuspunkten.

Food-Waste ist ein Problem. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für das Portemonnaie. «70% der Lebensmittelabfälle wären vermeidbar», sagt Thomas Heim, emeritierter Professor für Ressourcen­effizienz an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Mit dem Vermeiden von Abfall lasse sich sehr viel Geld sparen, sagt er. Gemeinsam mit Petar Mandaliev hat er eine App entwickelt, die zum Ziel hat, Food-Waste zu reduzieren. Beteiligt ist auch die Max Schwarz AG aus Villigen.

Ähnlich wie «Too Good To Go» will «Olanga» verhindern, dass Nahrungsmittel weggeschmissen werden. Der Ansatz ist allerdings ein anderer. «Wir warten nicht, bis das Problem da ist, sondern bekämpfen es proaktiv», sagt Heim. Die neue App ermöglicht es Gastronomen, ihren Einkauf besser zu planen. Die Nutzer bestellen über die App ihr Menu im Restaurant vor.

Die Gastronomen können je nach Lagerbestand die Preise anpassen. Bezahlt wird vor Ort oder über die App. «Gerade in dieser schwierigen Zeit nach dem Lockdown ist es für Gastronomen wichtig, Planungssicherheit zu haben», sagt Heim. Gastrobetreiber können dank der App ihren Personalaufwand gezielt planen und so ihre Betriebskosten langfristig senken.

Mit den Punkten wird ein Baum gepflanzt

Der Nutzer erhält ein Prozent seines Bestellwerts in Form von sogenannten «Wasser-Punkten» auf ein Bonuskonto gutgeschrieben. Wenn dieses voll ist, wird in Zusammenarbeit mit «Wald Schweiz» ein Baum gepflanzt. Der Nutzer erhält ein Zertifikat darüber, wie viel CO2 so eingespart werden kann. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesamt für Umwelt.

Geplant wäre die Lancierung der App im April gewesen. Durch die Pandemie verzögerte sich diese. Mit dem Einführungsprojekt «Brugg wacht auf» wird nun im Juli gestartet.

Die Stadt Brugg wurde als Versuchslabor ausgesucht, da die Firma im hiesigen Technopark beheimatet ist. Drei Restaurants machen am Pilotprojekt mit. Am 6. Juli startet die App mit dem Restaurant L’Ulivo. Später folgen die Trattoria Rotes Haus und das «La Dolce Vita». Weitere teilnehmende Betriebe werden gesucht.

Brugg Regio unterstützt das Projekt

Vittorio Timpano, Wirt des «Roten Hauses», war sofort vom Projekt überzeugt. «Ich bin immer für tolle, innovative Ideen zu haben», sagt er. Obwohl in der Trattoria Rotes Haus à la minute gekocht wird und entsprechend wenig Reste anfallen, möchte er die App ausprobieren. «Falls das Modell bei den Kunden ankommt, werden wir längerfristig mit ‹Olanga› zusammenarbeiten.»

Starthilfe erhält die App vom Standortförderer Brugg Regio. Geschäftsleiter Thilo Capodanno ist begeistert: «Es ist eine sehr spannende Idee, die wir mit geringem Aufwand effizient unterstützen können.» Als Drehscheibe bringt Brugg Regio «Olanga» in Kontakt mit potenziellen Kunden.

Mit «Olanga smart farming» ist zudem eine Plattform für den Absatz von Obst und Gemüse geplant, das nicht der Norm entspricht und deshalb nicht in den üblichen Handel kommt.

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