Windisch

Sie gehen mit dem Speer auf die Eltern los – auf dem Legionärspfad

So cool! Die Kinder setzen das Erlernte im «Kampf» gegen die Eltern um.

So cool! Die Kinder setzen das Erlernte im «Kampf» gegen die Eltern um.

Kinder werden auf dem Legionärspfad zum Legionär ausgebildet.

Neun Knaben und ein Mädchen stehen vor Ausbildner Keios stramm. Dieser trägt Tunika, Kettenhemd und Sandalen. «Salve Keios», rufen sie auf dem Ausbildungsplatz hinter der Klosterkirche Königsfelden. «Salvete», entgegnet dieser.

Die Kinder erlernen an diesem Samstagmorgen die Kampftechnik aus dem alten Rom. Sie werden später auf dem Schlachtplatz mit ihren Speeren gegen ihre Eltern kämpfen, gegen die «Barbaren».

«Mal schauen, ob ihr kräftig genug seid», sagt Keios und prüft die Armmuskulatur der Kinder. «Nun macht ihr Liegestützen, wegen der Hitze aber nur drei», lacht er. Es wird in Reih und Glied marschiert, bei «laevum» mit dem linken Fuss aufgetreten und im Gleichschritt weitermarschiert.

Gar nicht so einfach, wie es scheint. Die Kinder bewaffnen sich mit Schild und Speeren, spielen den Angriff «Barbaren» gegen «römische Legionäre» durch. Die Speere fliegen durch die Luft, treffen auf die Schilde. «Ist niemand verletzt? Super», ruft Keios. Für die Abkühlung sorgt an diesem Morgen die Überquerung des «Rheins»; natürlich in etwas kleinerer Form. Die Kinder marschieren im Gleichschritt hintereinander her und durchschreiten einen Waschzuber. Dem achtjährigen David aus Zufikon gefällts: «Das ist toll hier. Mir hat das Marschieren durch den Fluss gefallen und natürlich das Speerewerfen.»

Kränze binden und Bronze giessen

Bei der Veranstaltung «Schlagkräftige Truppen und geniale Geschütze» am Samstag und Sonntag auf dem Legionärspfad konnte allerlei bestaunt und mitgearbeitet werden. So wurden Blumenkränze geflochten, Brot gebacken oder Bronze gegossen und Münzen geprägt. Feldlazarette wurden aufgebaut, um das Leben in der damaligen Zeit zu zeigen.

Im Lager der «Cohors IIII Vindelicorum» zieht ein Legionär seine Uniform an - inklusive Kettenhemd und Helm. Bei der Hitze wohl kaum auszuhalten, oder? «Es ist schier unerträglich», sagt der Legionär. «Wir hatten mal eine stündige Präsentation bei ebensolchen Temperaturen. Man wusste nicht, wohin mit den Händen, weil sich das Kettenhemd derart erhitzte. Doch solche Präsentationen wurden abgeschafft», erklärt der an der Geschichte interessierte Mann.

Auf dem Schlachtfeld werden später die unterschiedlichen Ausrüstungen der römischen Legionäre präsentiert. Einige wenige tragen zur Uniform Wolfsfelle. Die Kinder marschieren mit den Legionären auf dem Schlachtfeld ein, treten gegen die wilden Germanen, ihre Eltern, an. «Wir machen mal Rollentausch: Jetzt dürfen die Eltern schreien, wie sie wollen. Und die Kinder stehen als Legionäre stramm», erklärt der Moderator. Die Kinder werfen ihre Speere und jubeln, als sie die «Wilden» besiegt haben.

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