Bözberg

Sie beliefern den halben Kanton mit hausgemachter Kräuterbutter

Margrit und Hanspeter Schär haben im Keller ihres Hauses eine Produktionsstätte für Kräuterbutter eingerichtet. CM

Margrit und Hanspeter Schär haben im Keller ihres Hauses eine Produktionsstätte für Kräuterbutter eingerichtet. CM

Hanspeter und Margrit Schär stellen in Bözberg nach einem alten Rezept Kräuterbutter her und verkaufen diese bis weit über die Region hinaus. Bei den beiden herrscht strikte Arbeitsteilung.

Landauf und landab wird in diesen Tagen wieder grilliert. Margrit und Hanspeter Schär sitzen in Bözberg am Stubentisch und schauen sich lächelnd an. Seit zwei Jahren haben sie eine gemeinsame Beschäftigung: Sie stellen selber Kräuterbutter her und vermarkten sie über Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Metzgereien im halben Kanton.

Angefangen hatte alles vor zwei Jahren: Es war Margrits Bruder, der die Frage nach dem guten über fünfzigjährigen Kräuterbutterrezept stellte. Schärs machten sich auf die Suche und wurden fündig – wo genau, wollen sie nicht verraten. «Die Mengen im Rezept wurden nicht in Gramm angegeben, sondern in Kaffeelöffeln», erinnert sich Hanspeter. Er, der während 30 Jahren als Servicetechniker in der Lebensmittelbranche tätig war, beschaffte eine genaue Waage und machte sich mit seiner Frau auf einer Kenwood-Küchenmaschine ans Experimentieren. Der Schwager war begeistert und bestellte schon bald acht Kilo für einen Kollegen in Italien.

Über Mundwerbung nahm die Nachfrage laufend zu. Eine grössere Maschine musste her. Als das Hotel Engel in Frick sein Inventar verscherbelte, erstand Hanspeter Schär spontan die ausgediente Küchenmaschine und überholte sie komplett. Das Geheimnis dieses Rezepts sei, dass die Kräuterbutter aus reiner Butter sowie 15 verschiedenen Zutaten in Form von Gewürzen und Kräutern bestehe. «Ohne E-Nummern», präzisiert Margrit Schär.

Schärs Arbeitsteilung hat sich bewährt: Margrit rüstet die Zutaten, Hanspeter schlägt die Butter auf und vermischt sie mit den Zutaten, sie hält ihm die Plastikformen für die Rosetten hin und er füllt diese von Hand mit dem Dressiersack auf. Am Schluss wäscht sie die Küchenutensilien ab. «Unsere Kräuterbutter ist ein sanfter Begleiter zum Fleisch, ohne diesem die Show zu stehlen», beschreibt die 64-Jährige ihre Hausspezialität stolz. Im Keller haben sie einen Produktionsraum mit einem grossen Kühler eingerichtet. Dieser wurde von der kantonalen Lebensmittelkontrolle auch schon unter die Lupe genommen und für gut befunden.

Auf Anregung eines Kunden entstand auch eine Knoblauchbutter – mit ungebleichtem Knoblauch übrigens, wie Margrit betont. Die Bözberger Kräuter- und Knoblauchbutter kann man mittlerweile im halben Kanton kaufen von Kaisten bis Muhen. Und natürlich auch im einzigen Bözberger Dorfladen. Umgekehrt bezieht Margrit die Butter dort. Der 74-jährige Hanspeter ist kaum mehr zu bremsen: So holte er kürzlich nachts, als er nicht schlafen konnte, das Vorratsglas mit den getrockneten Steinpilzen hervor und tüftelte für seinen «neusten Hit». Die Idee ist, auf die Wildsaison eine Kräuterbutter mit gemahlenen Steinpilzen – für Metzgereien – herzustellen. Wird dieses Geschäft nicht langsam zu gross? Die beiden winken ab. «Wir haben nach wie vor den Plausch», sagt Hanspeter. Und Margrit ergänzt: «Wir können ja selber steuern, ob und wie stark wir noch wachsen wollen.»

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