Um 43 Prozent soll der Energieverbrauch in der Schweiz bis ins Jahr 2035 reduziert werden. So steht es zumindest im Energiegesetz. Nun zeigen drei Aargauer KMU mit der Sanierung eines Einfamilienhauses in Remigen, wie sich diese ambitionierte Zielsetzung tatsächlich erreichen lässt. Es geht dabei gar nicht primär darum, Strom zu sparen. Intelligent verbrauchen, lautet die Devise.

Unabhängig vom Stromnetz

Herzstück der Installation ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, auf dem Carport, über den Sitzplätzen und den Eingängen. Die realisierte Anlage liefert rund 21 000 Kilowattstunden pro Jahr, was nicht nur den Eigenverbrauch deckt, sondern auch für zwei Elektrofahrzeuge reicht. Tagsüber wird zudem ein Batteriespeicher geladen, der nachts, wenn die Sonne nicht mehr scheint, die Bewohner mit eigenem Strom versorgt. Rund sechs Monate pro Jahr ist das Einfamilienhaus damit gänzlich unabhängig vom Stromnetz.

«Wirklich innovativ ist aber vor allem das speziell programmierte Energieregelsystem», heisst es in einer Medienmitteilung. Dieses optimiert den Eigenverbrauch ökologisch und ökonomisch – ohne den Wohnkomfort zu beeinträchtigen. So schalten sich verschiedene Verbraucher selbstständig ein, wenn der günstigste Strom verfügbar ist.

Bewohner bleiben Herr im Haus

Das Energieregelsystem berücksichtigt dafür sogar die Wetterprognose: Scheint am späteren Nachmittag die Sonne, setzen sich Waschmaschine und Geschirrspüler erst dann in Betrieb. Die installierte Wärmepumpe wärmt Brauchwasser, heizt und kühlt das Gebäude ebenfalls vollautomatisch, wirtschaftlich und abhängig von der jeweiligen Produktion.

Natürlich lassen sich alle Geräte auch manuell kontrollieren, steht weiter in der Medienmitteilung. Die Bewohnerschaft ist also nach wie vor Herr im Haus.

«Maximale Effizienz erreicht das System aber dann, wenn es seine Stärken im Betrieb vollständig ausspielen kann», bekräftigt Projektleiter Hans-Lukas Niederer vom Solarunternehmen En-pro aus Rüfenach. Auf das Vorzeigeprojekt, das er gemeinsam mit dem Elektroinstallateur Elektro Hegi aus Mettau und dem Metallbautechnikbetrieb Delfosse aus Brugg realisieren durfte, ist er sichtlich stolz. Den drei Aargauer KMU ist es gelungen, am praktischen Beispiel zu zeigen, wie das Einfamilienhaus der Zukunft Strom emissionsfrei produziert, speichert und intelligent nutzt.