Es wird konkret mit Tempo 30 auf den Gemeindestrassen in Brugg: Für die Umsetzung entscheidet der Einwohnerrat an seiner nächsten Sitzung am 7. September über einen Kredit von 272'000 Franken.

«Sichere Quartierstrassen sind das Ziel der Stadt Brugg», stellt der Stadtrat fest. Tempo-30-Zonen in Quartieren, heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat, bilden einen wichtigen Beitrag zur Unfallverhütung. Mit einer solchen Zonierung könnten viele Schwach- und Gefahrenstellen im Verkehrsnetz der Stadt entschärft werden.

Der Nutzen von Tempo-30-Zonen in den Quartieren ist laut Stadtrat vielseitig. «Siedlungsorientierte Strassen in Quartieren sind oft Netzteile von Schul- und Freizeitwegen und werden von weniger geübten Fussgängern und Radfahrern genutzt», führt die Behörde aus. «Auch ältere Fussgängerinnen und Fussgänger sind im Verkehr überdurchschnittlich gefährdet und profitieren von einem tieferen Geschwindigkeitsniveau.» Dieses führe zu einem ruhigeren Fahrverhalten. «Die Anzahl und Schwere von Unfällen nimmt ab, die Schulwege sind weniger gefährlich und die langsameren Verkehrsteilnehmenden fühlen sich sicherer», fasst der Stadtrat zusammen. «Während die Fahrzeuglenkenden kaum Zeit verlieren, freuen sich die Anwohnerinnen und Anwohner über eine bessere Wohnqualität.»

Es soll kostengünstig sein

Rückblick: Mit der Revision der Ortsplanung «Raum Brugg Windisch» ist das Planungsinstrument «Kommunaler Gesamtplan Verkehr», kurz KGV, erarbeitet worden. Als eine Massnahme ist die Einführung von Tempo-30-Zonen auf den meisten Gemeindestrassen vorgesehen. «Bei der Umsetzung sind die quartierweise und kostengünstige Realisierung, die Etappierbarkeit, das Weglassen von baulichen Schikanen und der Einbezug der Bevölkerung wichtige Zielsetzungen», betont der Stadtrat.

Zur Erarbeitung des Konzepts «Tempo-30-Zonen in Brugg» wurde eine Projektkommission Verkehr eingesetzt mit Vertretern von Behörden, Verwaltung und Quartiervereinen. Für den Stadtrat ist klar: «Anhand von verschiedenen öffentlichen Diskussionen zum Thema Tempo-30-Zonen, auch in anderen Gemeinden, wird offensichtlich, dass eine Tempo-30-Zonierung möglichst ohne aufwendige bauliche Anpassungen und kostengünstig realisiert werden soll.» Konkret: Die Zoneneingänge, ist geplant, werden mit Tafeln und Bodenmarkierungen signalisiert. In geeigneten Abständen und bei speziellen Situationen, so die Behörde, wird die Zahl «30» auf die Fahrbahn markiert.

Die Stadt gewinnt an Qualität

In den nächsten drei Jahren sollen die drei Etappen umgesetzt werden: Westquartier inklusive Altenburg und Umiken; Quartiere nördlich und südlich der Zurzacherstrasse; Zentrum. Für die Realisierung der einzelnen Etappen wird gemäss Stadtrat die betroffene Quartierbevölkerung im jeweiligen Gebiet nochmals separat und ortsbezogen orientiert. Dies vor allem auch im Hinblick auf die öffentliche Auflage der Signalisierung, bei der die Bevölkerung einwendungslegitimiert ist.

«In den Tempo-30-Zonen nehmen die Verkehrsteilnehmenden mehr Rücksicht aufeinander», hält der Stadtrat in den Schlussbemerkungen fest. «Die Passanten, aber auch die Autofahrer schauen wieder aufeinander.» Zudem könne der Automobilist bei tieferen Geschwindigkeiten schneller anhalten. «Neben der erhöhten Sicherheit kann auch die Lärmbelastung für die Anwohner deutlich gesenkt werden.» Kurz: Der Stadtrat ist überzeugt, dass mit Tempo 30 in den Quartieren die Stadt insgesamt an Qualität gewinnt.

Einwohnerrat Freitag, 7. September, 19.30 Uhr, Rathaussaal.