Verbotene Liebe
Sex mit Stieftochter: Gericht nahm ihnen die Kinder weg, dagegen wollen sie kämpfen

Das Bezirksgericht Brugg verurteilte einen Mann wegen Sex mit seiner minderjährigen Stieftochter, die heute seine Frau ist. Die Behörden nahmen ihnen bereits die Kinder weg, weil er Kinderpornos sammelte. Dagegen wehren sie sich nun.

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Die Liebesbeziehung von Remo und Ramona, wenn man sie denn so nennen soll, begann Ende 1996: Er war 25, sie 12 Jahre alt und seine Stieftochter. Ihre Mutter lebte mit ihm zusammen. Remo und Ramona hatten schon einvernehmlich Sex, als sie noch 12 Jahre und damit minderjährig war.

Die Liebe hält bis heute. An ihr ändert auch das gestrige Urteil des Bezirksgerichts Brugg nichts. Remo erhielt wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind (eben Ramona) zwei Jahre Gefängnis, aufgeschoben zugunsten einer ambulanten Psychotherapie. Ausserdem konsumierte er Kinderpornos – und sammelte sie, wie er gegenüber Tele M1 bestätigt. Andererseits sagt er mit ernster Stimme: «Bevor ich meine Kinder anfassen würde, würde ich mir die Kugel geben.»

Schlimmer als das Urteil dürfte für das Paar empfinden, dass das Familiengericht vor zwei Jahren entschied, ihnen die Kinder wegzunehmen. Heute sind ihre Töchter 6 und 4 Jahre alt.

«Ich als Mutter komme mir diskriminiert vor», sagt Ramona gegenüber Tele M1. Ihrem Mann, der neben ihr sitzt, kullern dabei die Tränen übers Gesicht. «Wenn ich etwas mit meinen Kindern machen möchte, muss ich wirklich ein 'Bitti-Bätti' machen», fügt sie an.

Heute leben die Kinder bei einer Pflegefamilie. Markus Wopmann, Leiter Fachgruppe Kinderschutz, spricht von einer «einschneidenden Massnahme faus Sicht der Kinder, weil die Kinder nicht verstehen würden, warum sie plötzlich nicht mehr daheim leben sollen». Er findet den Entscheid aber nachvollziehbar.

Remo ist sich seiner Veranlagung bewusst. Er besucht die Therapie, so wie vom Gericht angeordnet. Trotzdem finden er und seine Frau, dass ihre Kinder wieder nach Hause kommen sollten. Den Entscheid der Behörden wollen sie nun mit juristischen Mitteln bekämpfen. (pz)