Birrfeld

Selbst das Wiesel hat ein Winterquartier erhalten – Naturschutzverein hilft bei Landschaftspflege

Das Wiesel ist das kleinste einheimische Raubtier. AZ-Archiv

Das Wiesel ist das kleinste einheimische Raubtier. AZ-Archiv

Der karge Boden des Juraausläufers lässt keine landwirtschaftlich rentable Nutzung zu und so wird dort seit Jahren die Gestaltung eines kleinen, aber wertvollen Naturreservats verfolgt. Ein Landwirt und der Natur- und Vogelschutzverein Birrfeld kümmer sich um die kleine Perle.

Autofahrer, die auf der Autobahn A3 von Basel Richtung Zürich fahren, können auf der Höhe der Ausfahrt Brugg/Lupfig ein besonders schönes Stück Natur sehen. Auf der linken Seite erhebt sich der Eiteberg, ein sanfter Hügel, ein ganz besonderer: mit seinen Wiesen, unterbrochen von Waldgürteln, Steinhaufen und Grasnarben. Die mit viel Sorgfalt errichteten Trockenmauern am südlichen Ende sind eine Seltenheit und bieten Kleintieren und Amphibien Schutz und Wärme.

Seit vielen Jahren hegt und pflegt das Naturschutzgebiet im Juraausläufer der Landwirt Ruedi Bertschi. Der Natur- und Vogelschutzverein (Navo) Birrfeld unterstützt ihn und seine Familie jeweils mit einem Aktionstag «Heckenpflege Eiteberg».

Im alten Steinbruch etwa wurde schon vor 10 Jahren ein Tümpel angelegt, der Lurchen, Molchen und sogar der Gelbbauchunke eine Heimat bietet. Dieses Jahr war das Wasserloch natürlich mehrheitlich ausgetrocknet und daher ganz überwachsen mit jungen Bäumen. Es galt, diese auszuforsten, mit der Hoffnung, dass sich im Frühling wieder wasserliebende Tiere ansiedeln mögen.

Die Hecken, welche die Wiesen durchziehen, bieten Vögeln eine willkommene Warte für ihre Insektenjagd. Einheimische Rosengehölze, die hier extra gepflanzt wurden, sollen durch ihre stacheligen Äste den Neuntöter anlocken, der genau solche Dornen braucht, um seinen Vorrat an Insekten aufzuspiessen.

Ein schmaler, vertikaler Waldgürtel trennt die Wiesen. Damit Sommervögel von der Vielfalt der gesamten Wiesen profitieren können, wurde eigens für sie eine Flugschneise in den Wald geschlagen. Das bei diesen Aktionen anfallende Holz wurde angehäuft als Lebensraum für vielfältige Tiere und auch als Winterquartier für das Wiesel. Das Wiesel, im Winterkleid das weisse Hermelin, ist das kleinste einheimische Raubtier und ist auf die Jagd von Wühlmausarten spezialisiert.

Trotz anstrengenden Arbeiten bleibt auch dieses Jahr der Natureinsatz in bester Erinnerung. Übrigens: Es führt auch ein lohnenswerter Wanderweg durch diese intakte Natur. 

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