Die Schaffung von Deponien für sauberes Aushubmaterial ist eine regionale Aufgabe. Wer sich bei einem solchen Projekt engagiert, braucht derzeit einen langen Atem und oft auch eine dicke Haut, wie die jüngsten Beispiele aus dem Oberen Fricktal zeigen.

Trotz heftigen Widerständen in Herznach/Ueken und Bözen werden ab Montag die Richtplananpassungen für die vom Planungsverband Fricktal Regio erarbeiteten «Deponiestandorte Oberes Fricktal» öffentlich aufgelegt.

Der Planungsverband Brugg Regio hingegen ist mit diesem Suchprozess später gestartet. Zusammen mit den kantonalen Fachstellen, dem Planungsbüro Ilu AG und Vertretern einer Unternehmergruppe erarbeitete Brugg Regio in einer Arbeitsgruppe seit April 2014 potenzielle Standorte für Aushubdeponien.

Dabei gibt es zahlreiche Ausschlusskriterien zu beachten, wie ein Blick in den «Leitfaden zur Standortevaluation für Aushubdeponien» des Kantons zeigt. Die Minimalabstände zu Gewässern, Kulturgütern und Wohngebieten etc. sind da genau definiert.

Deponie-Betreiber steht fest

Brugg Regio stützt sich im Grundsatz auf eine vom Kanton erstellte Auswertung, die einen Bedarf für neue Aushubdeponien feststellt. «Hierbei soll nicht die Dringlichkeit Taktgeber sein, sondern das saubere Verfahren, um einen sinnvollen Standort finden zu können», betont Verena Rohrer, Leiterin der Brugg Regio-Geschäftsstelle.

Die Arbeitsgruppe besteht aus folgenden Personen: Für Brugg Regio sind Jakob Baumann, Ueli Salm, Mark Büttikofer sowie der zuständige Regionalplaner Roger Michelon dabei; von Seite Unternehmer ist Thomas Merz von der Terractus AG beteiligt und als externe Fachperson sowie Schnittstelle zum Kanton ist Josef Wanner von der Ilu AG dabei.

Die Firma Terractus wurde übrigens als künftige Betreiberin der geplanten Deponie gegründet. Der Aktiengesellschaft gehören laut Jahresbericht 2015 von Brugg Regio drei Aktionäre an: Umbricht AG, Samuel Amsler AG und die Merz Gruppe.

Für die von der Arbeitsgruppe erarbeitete Auswahl wurde pro Standort ein Gestaltungskonzept erstellt und beim Kanton eingereicht. Am 23. Dezember 2014 fand die kantonale Vorprüfung der potenziellen Standorte statt. Mit den möglichen betroffenen Gemeinden wurden anschliessend Gespräche geführt.

Gespräch mit Grundeigentümern

Was ist seither geschehen? «Die Gespräche und Diskussionen mit den Gemeinden sind immer noch aktuell», fährt Verena Rohrer fort. Zwischenzeitlich hätten auch noch Abstimmungen mit den benachbarten Planungsverbänden stattgefunden. So wurde unter anderem angeregt, in der Planung von Brugg Regio die allfällige Deponie Förlig in Bözen mitzuberücksichtigen.

Welche Standorte nun für Brugg Regio ernsthaft infrage kommen, kann laut Rohrer noch nicht erläutert werden, da man noch mitten im Prozess stehe und «zuerst gewiss auch die Gespräche mit den möglichen Parzelleneigentümern stattfinden werden».

Eines steht fest: Der Steinbruch in Villigen kommt aufgrund der geplanten Erweiterung als Aushubdeponie für die nächsten 30 Jahren nicht infrage. Das sagte Werner Baumann vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt vor einem Monat am Infoabend in Bözen. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald Klarheit für einen möglichen Standort besteht, sagt Rohrer.