Brugg

Seit 50 Jahren setzt Metron Massstäbe in Architektur und Raumentwicklung

VR-Präsidentin Ruth Schmitt , die Vorsitzende der Geschäftsleitung Regula Schneider und Ralf Kunz (v. l.) auf der Dachterrasse des Metron-Hauptsitzes in Brugg.

Metron AG

VR-Präsidentin Ruth Schmitt , die Vorsitzende der Geschäftsleitung Regula Schneider und Ralf Kunz (v. l.) auf der Dachterrasse des Metron-Hauptsitzes in Brugg.

Zwei Architekten, ein Raumplaner und ein Soziologe schlossen sich 1965 zur Metron zusammen. Ein unmögliches Unternehmen, vielleicht hat es gerade deshalb so lange Bestand.

Metron heisst «das Mass». Das Unternehmen aus Brugg setzt seit 50 Jahren die Massstäbe in der Architektur und Raumentwicklung, ebenso in der Landschafts- und Verkehrsplanung.

Wer eine unkonventionelle, zukunftsträchtige Lösung will, klopft am Stahlrain 2 in Brugg oder bei den Zweigbüros in Bern und Zürich an.

Das Credo der Gründer ist aktuell wie am ersten Tag: Ganzheitliche Planungen bedingen eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit, lange bevor der erste Bagger auffährt.

«Eine gegenseitige Ergänzung und Befruchtung prägt bis heute die Erfolgsgeschichte der Metron AG», sagt Architekt Ralf Kunz von der Geschäftsleitung. Bauten sollen nicht nur ästhetisch wirken, sondern den künftigen Bewohnern mehr Lebensqualität bringen.

Keine Pläne aus der Schublade

«Den komplexen Prozess einer Planung und eines Bauwerks richtig aufzugleisen, das ist unsere grosse Stärke», versichert Ruth Schmitt, Präsidentin des Verwaltungsrates.

Fertige Pläne aus der Schublade gibt es nicht: «Jeder Ort ist einzigartig und verlangt nach massgeschneiderten Lösungen», schreibt Regula Schneider, Vorsitzende der Geschäftsleitung, im Firmenporträt. Eine gute Planung stehe auf drei Grundpfeilern: Weichen stellen im Dialog, Visionen entwickeln und Strategien erarbeiten.

Lösungen entstehen im Dialog

Mitbestimmung und Mitwirkung waren von Anfang an kennzeichnend dafür, wie die Metron geführt wurde (vgl. nebenstehenden Artikel). Die Mitarbeitenden sind sich deshalb gewohnt, Lösungen im Dialog zu entwickeln.

«Heftige und intensive Diskussionen gehören zum gelebten Metron-Alltag. Unsere Leute sind sich gewohnt, dass sich nicht immer alle einig sind. Es braucht viel Zeit, Gespräche und Überzeugungsarbeit, bis sich eine Lösung durchsetzen kann», sagt Regula Schneider, Delegierte des Verwaltungsrats.

Kompensiert wird der grössere Aufwand durch eine schnelle und effiziente Umsetzung. «Die Mitarbeitenden ziehen voll mit, weil sie von der gewählten Lösung überzeugt sind. Während in einem normalen Unternehmen Querdenker oft ruhiggestellt werden, ist eine offene Kritik sogar erwünscht und faszinierend», stellt Ruth Schmitt fest. Diese dialogischen Fähigkeiten seien auch sehr wertvoll in den Planungsprozessen.

«Die Mitwirkung kommt immer an erster Stelle, alle Beteiligten werden frühzeitig und intensiv mit einbezogen», unterstreichen die Metron-Leiter. Ist der fachliche Schwerpunkt eines neuen Auftrages geklärt, wird der Projektleiter aus dem entsprechenden Fachbereich bestimmt.

Schon in der Offertphase kommen alle Disziplinen an einen Tisch und entwickeln den richtigen Prozess. Das mache am Schluss die Qualität einer Planung aus, entstanden aus dem Ideenreichtum findiger Köpfe.

Pionierarbeit im Gebäudebau

Hausbau und Energiesparen sind bei Metron seit Jahrzehnten Zwillinge, also lange bevor alle die vielen Labels entstanden sind. Der geschwungene Metron-Hauptsitz neben dem Bahnhof Brugg «war das erste Bürohaus in der Schweiz mit kontrollierter Lüftung. Damals konnte man keinen konventionellen Unternehmer davon überzeugen, heute ist es Standard», schmunzelt Ralf Kunz.

Bei der Nachhaltigkeit müsse man mit gesundem Menschenverstand von Fall zu Fall das richtige Mass finden. Beim Bauen werde oft zu stark und einseitig auf die Energie fokussiert, statt auf gesamtheitlich gute Lösungen für die Menschen, die darin leben müssten. Im Verkehr sei das Energiesparen noch immer tabu.

«Man nimmt die nötige Energie, um sich von A nach B zu bewegen. Da ist noch eine riesige Arbeit zu machen, um das Niveau in der Architektur zu erreichen», sinniert Kunz. Die Entwicklung sei so zu lenken, dass sie vom Energieverbrauch wegführe, hin zum öffentlichen und zum Veloverkehr.

Verdichtet gegen Zersiedlung

Ihren guten Namen als Themenführerin bestätigt die Metron immer wieder durch Tagungen und Themenhefte, die bei Architekten und Planern in der Schweiz und weit über die Grenzen hinaus beachtet werden.

Die Metron-Dichtebox zeigte schon vor bald vier Jahren Wege gegen die Zersiedlung der wertvollen Schweizer Landschaft auf. Innenentwicklung wurde und wird als Zukunft der Raumplanung proklamiert.

Mit höheren Bauten und mehr Einwohnern pro Hektare, aber ohne die Lebensqualität der künftigen Bewohner zu schmälern. Innenentwicklung der Städte und Ortschaften bedeute, Quartiere zu entwickeln, in denen man in der Nähe arbeiten und wohnen kann, statt immer mehr Mobilität zu erzeugen. «Ein Umdenken zum verdichteten Bauen ist heute sicherlich da, aber die Umsetzung dauert Generationen», ist Regula Schneider überzeugt.

Politisch halten sich die oft weit vorausblickenden Metron-Unternehmer zurück, ihr Engagement geht über die Projekte. Da sind sie gerne bereit, die Öffentlichkeit von ihren Ideen mit Argumenten zu überzeugen. Von insgesamt 30 Themenheften widmeten sich die jüngsten Dokumentationen der Mobilität, dem Lärm als «Geräusch der anderen» und dem menschlichen Mass beim Planen und Bauen von Spitälern.

Zum Jubiläum wünscht sich die VR-Präsidentin, das Unternehmen möge in dieser Form mindestens weitere 50 Jahre lang bestehen. «Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es höchst interessant, dass die Metron in manchen Belangen anders funktioniert, als es die klassischen Lehrbücher empfehlen würden – und trotzdem oder gerade deswegen so lange Bestand hat», betont Ruth Schmitt.

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