Windisch
Seit 40 Jahren rollen im Bocciadromo in Windisch die Kugeln

Schweizweit hat der Windischer Boccia-Club eine der schönsten Anlagen. Diese Jahr nun kann der Boccia-Club in Windisch in seinem Bocciodromo ein mehrfaches Jubiläum feiern. Begonnen hat alles vor 40 Jahren.

Edgar Zimmermann
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Präsident Claudio Rossi (rechts) und Vize Bruno Meier im stimmungsvollen Windischer Bocciodromo. NN

Präsident Claudio Rossi (rechts) und Vize Bruno Meier im stimmungsvollen Windischer Bocciodromo. NN

24 Aktive frönen hier diesem Präzisionssport, der auch Wurftechnik, Konzentration, Gefühl und Taktik abverlangt. Trainiert wird nach individueller Wahl am Donnerstag-, am Freitag- und Samstagabend sowie am Sonntag. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt zwischen 50 und 60 Jahren, das jüngste ist 30-jährig. Schweizer und Ausländer (Italiener und Spanier) stellen je die Hälfte; auch 2 Frauen spielen mit.

Wie Präsident Claudio Rossi und Vizepräsident Bruno Meier in einem Gespräch darlegten, ist die Gewinnung neuer Mitglieder ein grosses Anliegen. «Wir würden uns sehr freuen, wenn Interessierte gleich welchen Alters spontan an einem der Trainingstage im Dägerli vorbeikommen und schnuppern würden – so lernt man die Faszination dieses Sportes am besten kennen.» Ein Pluspunkt ist auch das ausgezeichnete Klima im Verein. Dass der Club noch immer existiert, ist nicht selbstverständlich. In Baden beispielsweise gab es früher vier Boccia-Clubs, einer wurde vom heutigen Windischer Präsidenten Rossi 12 Jahre lang geleitet. Heute gibt es dort keinen Club mehr.

Es begann auf einem Waldweg

Meier erinnert sich an die Vorgeschichte des hiesigen Clubs: Vor über 40 Jahren trafen sich italienische Gastarbeiter, die hauptsächlich in Baufirmen arbeiteten, auf dem Waldweg gegenüber dem Fussballplatz, stellten mit Kanthölzern provisorische Bahnen auf und spielten darauf Boccia. Giuseppe Massalongo hatte 1972 den Anstoss gegeben, einen Club zu gründen und vier Freiluft-Bahnen zu erstellen. Im 10-Jahre-Turnus erfolgten die nächsten Etappen: 1982 wurde die heutige Halle gebaut, das Bocciodromo, mit zwei Bahnen (seit 1988 mit synthetischem Boden), 1992 öffnete das gemütliche Grottino-Beizli. Sportlicher Höhepunkt war 10 Jahre später die Durchführung des Schweizer Cups mit Teilnahme aller 16 Kantonalverbände. Nicht vergessen sei auch die Organisation der Schweizer Meisterschaft der Damen anno 2000.

Vize-Schweizer-Meister Rossi

Regelmässig gehen im Windischer Bocciodromo ein Kantonalturnier, eine Aargauer Meisterschaft, regionale Turniere und ein Masterturnier über die Bahnen. «Wir sind dabei natürlich auf das Engagement unserer Mitglieder angewiesen», so Rossi, der viele Jahre auch dem Vorstand des kantonalen und schweizerischen Verbandes angehört hat und vor drei Jahren Vize-Schweizer-Meister wurde.

Auch die Geselligkeit hat im Verein einen hohen Stellenwert: Eine neu erstellte Sitzplatz-Überdachung ist die jüngste Aufwertung der
Anlage. Mit Freude und Elan nimmt man nun die nächsten 10 Jahre in Angriff.