Brugg

Seine Vision, mit unkonventionellen Mitteln Geld zu sammeln, wurde begraben

Richard Fischer am Brugger Neumarktbrunnen, als sein Schild «Fontana di Vindonissa» noch hing.

Richard Fischer am Brugger Neumarktbrunnen, als sein Schild «Fontana di Vindonissa» noch hing.

Inspiriert von Rom montierte Richard Fischer vom Bürgerforum «Neues Gesicht Brugg» am Neumarktbrunnen ein Schild, um Geld für ein grösseres Muusloch zu sammeln. Nach zwei Wochen war der Spuk vorbei und die Stadt liess die Tafel entfernen.

«Ich bin manchmal ein Querschläger», sagt Richard Fischer auf dem Neumarktplatz. Seine geplante Reise ans Mittelmeer und nach Rom hätte ihn vor wenigen Wochen zu dieser Aktion inspiriert, so Fischer vom Bürgerforum «Neues Gesicht Brugg». In einer Nachtaktion befestigte er in Anlehnung an den Fontana di Trevi in Rom am Neumarktbrunnen eigenhändig ein Schild mit der Inschrift «Fontana di Vindonissa – In den Brunnen geworfene Münzen bringen Glück und werden für ein grosszügigeres Muusloch gesammelt!». Als Ansporn warf er gleich 50 Münzen in den Brunnen.

Der nächtliche Schildbürgerstreich sei ohne Wissen der Stadtbehörden geschehen, erzählt Fischer. Er habe aber den Werkdienst-Chef Roger Brogli gebeten, den Brunnen wöchentlich zu kontrollieren und das gesammelte Geld für das sogenannte Muusloch dem Brugger Stadtammann Daniel Moser abzuliefern. Die Erweiterung der engen Personenunterführung zwischen Neumarkt und Campus ist seit Jahren ein Politikum: Das Projekt würde gemäss Schätzungen etwa 15 Mio. Franken kosten.

Das meiste Geld ist verschwunden

Vorgestern Donnerstag um 13.30 Uhr war das Schild weg. «Die Tafel wurde entfernt, weil sie nicht bewilligungsfähig ist», sagt Stadtschreiber Yvonne Brescianini. Es sei immer klar gewesen, dass sie wieder weg müsse. In den letzten zwei Wochen habe sich zudem gezeigt, dass es nie Geld im Brunnen habe, so Brescianini weiter. Tatsächlich: Als Roger Brogli die ersten Münzen am Tag nach der Tafel-Montage um 14 Uhr holen wollte, waren bis auf zwei 5 Rappen-Stücke alle weg. «Mitte Woche habe ich auch nur 20 Rappen gefunden», teilte Brogli Fischer per Mail mit.

Nach dem abrupten Ende seiner nicht ganz ernst gemeinten Aktion reagierte Fischer prompt: «Da ich der Stadt Brugg Nichts schuldig sein möchte, bitte ich, mir die diesbezüglichen Aufwendungen des Werkhofs in Rechnung zu stellen.» Es seien seine Enkelkinder, die ihn immer wieder motivierten, für die nächste Generation über wichtige Weichenstellungen nachzudenken und manchmal provokativ zu handeln, so Fischer.

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