Scherz

Sein Hof wird am Wochenende zum Pferdemekka der Schweiz

Vom Holzturm auf dem Gelände kann OK-Präsident Roland Stöckli – der ein passionierter Fahrer, aber selber nicht am Start ist – die ganzen Turnierplätze überblicken. lh

Vom Holzturm auf dem Gelände kann OK-Präsident Roland Stöckli – der ein passionierter Fahrer, aber selber nicht am Start ist – die ganzen Turnierplätze überblicken. lh

Auf dem Hof der Familie Stöckli und dem Land einiger Nachbarn finden am Wochenende die Schweizer Meisterschaften im Fahren statt.

Wer von Schinznach-Bad Richtung Scherz fährt, dem fällt bei der Einfahrt ins Dorf auf: Beim Hof der Familie Stöckli ist etwas im Gange. In den letzten zwei Wochen waren viele fleissige Helfer am Werk und verwandelten das Land der Stöcklis und einige angrenzende Felder der Nachbarsbauern in einen grossen Turnierplatz. Auf diesem wird am Freitag die Schweizer Meisterschaft im Fahren beginnen, die drei Tage dauert. 80 Gespanne mit über 140 Pferden werden am Start sein und Scherz so zum Hotspot der Schweizer Fahrszene machen. Es werden sowohl Ein-, Zwei-, als auch Vierspänner mit Pferden und Ponys aus 16 Kantonen anwesend sein.

OK-Präsident Roland Stöckli überblickt vom Speaker- und Aussichtsturm das Turniergelände, das durch seine kurzen Distanzen besticht. Im Moment sind seine Helfer daran, den Hindernissen für die Geländefahrt den letzten Schliff zu geben. Die sieben Hindernisse sind dem Motto «Typisch Schwiiz» nachempfunden. So müssen die Gespanne unter einer Brücke durchfahren, die den Gotthardtunnel symbolisiert, sie müssen um Schoggistängeli oder Rüebli kurven oder um Weinfässer manövrieren. Das alles müssen sie in einer bestimmten Reihenfolge und in einer vorgeschriebenen Zeit absolvieren, ansonsten erhalten die Gespanne Strafpunkte.

OK-Präsident testete selber

Der Geländelauf findet am Samstag statt, zuvor ist am Freitag die Dressurübung an der Reihe. Dabei geht es um Eleganz und Tradition. «Die Kutscher sind elegant angezogen und fahren mit ihren schönsten Kutschen», sagt Roland Stöckli. Am Samstag beim Geländelauf und am Sonntag beim Kegelfahren ist hingegen Action angesagt. In diesen Disziplinen geht es um Schnelligkeit und Risikobereitschaft. «Der Fahrer muss das Risiko so dosieren, dass es nicht gefährlich ist, er aber dennoch schnell», erklärt Stöckli. Es kann vorkommen, dass ein Wagen kippt, weil eine Kurve zu eng gefahren wurde oder das Gelände abschüssig ist. Gemäss Stöckli müssen Pferde, Fahrer und Beifahrer als Team arbeiten, um optimal durch die Parcours zu kommen. Die Pferde und Ponys müssen dabei nervenstark und anpassungsfähig aber auch kräftig sein.

Stöckli ist selber ein passionierter Fahrer, auch wenn er berufsbedingt seit vier Jahren keine Turniere mehr fährt. Zwei Pferde besitzt er aber immer noch. Mit denen hat er den Parcours selber abgefahren. «Ich musste schauen, ob alles fahrbar ist», sagt Stöckli, dem es an einer Schweizer Meisterschaft einmal zum dritten Rang reichte. Neben viel Pferdesport bietet das Fahrturnier auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Am Freitag messen sich Vereine beim Strohballenwettstapeln, am Samstag findet ein Quad-Rennen statt und am Sonntag gibt es eine Alphornvorführung. Daneben kann man sich in der Festwirtschaft verpflegen und den Siegerehrungen beiwohnen. Weitere Infos gibts unter www.fahrturnier-scherz.ch.

Fahrturnier Scherz Schweizer Meisterschaft, 21.–23. September.

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