Gruppe Brugg
Seiltechnik legt markant zu: Freude über gute Resultate bei einem anspruchsvollen Markt

Die Gruppe Brugg hat den Rückschlag verdaut und ist zurück auf Erfolgskurs. Insgesamt konnte das Unternehmen seinen Gruppenumsatz um vier Prozent steigern.

Michael Hunziker
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Freuen sich über die Trendwende (von links): Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident; Samuel Ansorge, neuer CEO Brugg Cables, sowie Urs Schnell, CEO Gruppe Brugg, im modernen Hochspannungslabor.

Freuen sich über die Trendwende (von links): Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident; Samuel Ansorge, neuer CEO Brugg Cables, sowie Urs Schnell, CEO Gruppe Brugg, im modernen Hochspannungslabor.

Michael Hunziker

Die Gruppe Brugg ist erfolgreich unterwegs. Wieder. Im Geschäftsjahr 2017 konnte ein deutlich besseres Resultat erzielt werden als im schwierigen 2016, das geprägt war von einem Umsatzrückgang, einem teuren Garantiefall sowie einem unbefriedigenden Cashflow, der nur knapp positiv war.

Kein Wunder, äusserten sich die Verantwortlichen an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz zufrieden über die Entwicklung. Bestens gelaunt Red und Antwort standen am Standort an der Industriestrasse in Brugg: Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident; Urs Schnell, CEO Gruppe Brugg; Samuel Ansorge, seit Anfang dieses Monats CEO Brugg Cables.

Er sei sehr glücklich über die Zahlen, sagte Suhner. Insgesamt konnte der Gruppenumsatz um 4 Prozent auf 577,6 Mio. Franken gesteigert werden. Erwirtschaftet wurde ein Cashflow von 35,3 Mio. Franken. Der Personalbestand blieb mit 1922 Mitarbeitenden stabil. Im Vorjahr waren es 1933 Mitarbeitende.

Schwierige Zeit ist überstanden

In der Division Kabelsysteme, hält das Unternehmen fest, hätten die eingeleiteten Restrukturierungsmassnahmen Wirkung gezeigt – unter anderem Effizienzsteigerung, Qualitätsverbesserungen oder Verschlankung der Organisation. Verwaltungsratspräsident Suhner sprach von einer stürmischen Zeit, die überstanden sei.

Der Prozess sei indes noch nicht abgeschlossen. Die Gruppe Brugg setze aber ein Zeichen, heisst es in einer Medienmitteilung, «dass sie diese Division trotz dem massiven internationalen Preisdruck vorwärtsbringen wird». Der Fokus wird auf das Energiegeschäft gelegt. Alle Aktivitäten im Segment Belt, der kunststoffummantelten Aufzugseile, wurde an die Division Seiltechnik verkauft.

In dieser wurde ein starkes Wachstum verzeichnet, der Umsatz konnte um 33,6 Prozent auf 229,6 Mio. Franken erhöht werden. Diese Sparte sei damit erstmals die umsatzstärkste der Unternehmensgruppe, heisst es weiter in der Medienmitteilung.

Erfreulich entwickelt habe sich die Geobrugg, deren Systeme zum Schutz vor Klimaereignissen wie Murgängen, Bergstürzen oder Lawinen stark nachgefragt seien. Erfolgreich getestet wurde beispielsweise ein 10 000 Kilojoule-Netz – laut Unternehmen ein neuer Weltrekord in der Naturgefahrenabwehr.

Zukunftsperspektiven sind positiv

Konstant gute Leistungen gezeigt haben gemäss Gruppe Brugg schliesslich die Divisionen Rohrsysteme, Prozessleittechnik und Immobilien. Apropos: Beim Fachhochschul-Campus in Brugg-Windisch hat der Bau des «Centurion Tower» begonnen, dem 15-geschossigen Hochhaus mit Hotel, Dienstleistungsbetrieben sowie Miet- und Eigentumswohnungen. Für letztere bestehe bis dato eine hohe Nachfrage, so das Unternehmen.

Die Wirtschaftsaussichten bezeichnete Verwaltungsratspräsident Suhner als intakt. Der Markt jedoch bleibe anspruchsvoll, zeigte er auf, und nannte als Stichworte unter anderem den geldpolitischen Exit in Europa oder die Protektionismuswelle, die US-Präsident Donald Trump lostreten könnte.

Suhner erwartet allerdings ebenfalls eine starke Erholung der Industrieproduktion. Mit der – weiterhin – stärksten Dynamik rechnet er in Asien. Die Gruppe Brugg müsse sich den stets ändernden Bedingungen stellen und profitabel wachsen. Herausforderungen sind, kam an der Bilanzmedienkonferenz zum Ausdruck, die Bereiche Digitalisierung und Innovation.

Die Leitung kommt in den Boden

Aber nicht nur im dynamischen Asien, auch ganz in der Nähe wird die Gruppe Brugg tätig sein. Im Gebiet Gäbihübel in Riniken wird eine 380-Kilovolt-Leitung in den Boden verlegt. Es handelt sich in der Schweiz um die erste Teilverkabelung im Höchstspannungsnetz.

Für den 1,2 Kilometer langen Abschnitt werden insgesamt rund 8 Kilometer Kabel benötigt, erklärte CEO Urs Schnell. Als eine Besonderheit wies er auf den Umstand hin, dass keine Erd-Muffen zum Einsatz kommen dürfen.

Aber: Die Brugg Cables habe dafür die technischen Lösungen und Möglichkeiten. Die Vorbereitungsarbeiten auf der Baustelle haben bereits begonnen, der Baustart erfolgt im Frühjahr 2019. Dann werden laut Schnell die 18 Kabel-Trommeln geliefert. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 5 Mio. Franken.

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