Region Brugg

Seifenkistenrennen: Rotberg-Gondel braust zum Genfersee

Mit der selbst gemachten Gondel «Rotberg II – die letscht Talfahrt» nehmen acht Frauen und Männer aus den Regionen Brugg, Baden, Zurzach und Laufenburg am «Red Bull Seifenkistenrennen» in Lausanne teil.

Mittwochabend, 19.30 Uhr: Eine rot-gelbe Gondel auf Rädern fährt die steil abfallende Bahnhofstrasse in Leibstadt hinunter. Am Bikepark vorbei, gehts leicht in die Kurve. Fahrer Michael Wernli, von allen nur Woldo genannt, sitzt mit Töffhelm, Jacke und Handschuhen am Steuer. Er hat bei diesem Testlauf festgestellt, dass er nicht zu fest einlenken darf. Die Bremsen konnte er kaum testen. «Es ist zu wenig steil hier», kommentiert Roli Hirt. «Nicht konstant steil genug», erwidert Marco Stauffenegger, genannt Stauffi.

Fahrer Wernli steigt aus und holt die Velopumpe. Nach einem weiteren Testlauf nimmt sich Beat Steffen der Lenkung an, Martin Laube assistiert. Schriftenmalerin Nicole Suter, genannt Zora, erklärt, dass die Wände der Gondel mit Folien beklebt wurden und dass jetzt noch Ski und Snowboard an die Seifenkiste angebracht sowie die Gondelaufhängung montiert werden muss. Die Karton-Front wird später durch Plexiglas ersetzt.

Testlauf mit der Seifenkiste «Rotberg II - die letscht Talfahrt»

Testlauf mit der Seifenkiste «Rotberg II - die letscht Talfahrt»

Mit der selbst gemachten Gondel «Rotberg II – die letscht Talfahrt» nehmen acht Frauen und Männer aus den Regionen Brugg, Baden, Zurzach und Laufenburg am «Red Bull Seifenkistenrennen» in Lausanne teil.

Das Ziel: heil runterkommen

«Rotberg II» deshalb, weil auf dem Villiger Rotberg eine echte Gondel steht. Melanie Essig fotografiert die Szenerie, um das Ganze auf Facebook zu posten und um Fotos einer weiteren umgesetzten «Bier-Idee» zu haben. Martina Laube, die Achte im Bunde, fehlt krankheitshalber.

Das Ziel der Truppe, bestehend aus Arbeitskollegen und Freunden, aus Villigen, Riniken, Würenlingen, Leibstadt und Mettau ist Lausanne: Am 10. September werden sie sich mit 65 anderen Teams aus der Schweiz im Seifenkistenrennen messen und die 430 Meter lange und steile Strecke in Richtung Genfersee runterrasen. Das heisst, Pilot Michael Wernli wird von vier Teammitgliedern angeschoben und dann runtersausen. Das gemeinsame Ziel lautet: Heil runterkommen und ein cooles Weekend verbringen. Nebst Schnelligkeit und kreativer Seifenkiste werde auch eine Start-Performance bewertet. Den Frauen schwebt eine Art Ski-Aufwärmtraining zum fetzigen Song «Lords of the boards» vor. «Das wird wohl eine eher spontane Sache», sagt Melanie Essig und lacht.

Bier-ernste Idee umgesetzt

Schuld an diesem Projekt habe Martin Laube, sind sich die Teammitglieder einig. An einem seiner Grillabende sei ein TV-Spot über besagtes Seifenkistenrennen gelaufen: Bei einem Bier sagten die Männer: «Das könnten wir machen.» Aus dem Konjunktiv wurde schnell Realität, denn Martin Laubes Frau Martina bestellte die Unterlagen. Eine Zeichnung, wie die Seifenkiste aussehen soll, wurde eingereicht. Zur Überraschung aller wurde der Vorschlag angenommen.

Und deshalb schweissen, löten und hämmern die Frauen und Männer seit Juni an ihrer Gondel und gestalten sie. In drei verschiedenen Werkstätten und Hobbyräumen wurde zunächst der Unterbau aus Metall erstellt, danach der Rest der Unterkonstruktion sowie die Kabine gezimmert und zum Schluss in Beat Steffens Werkstatt alles zusammengeschraubt. «Wir brachten die Gondel fast nicht mehr zur Tür raus», sagt Nicole Suter. Mittlerweile ist es fast dunkel und es regnet leicht: Fahrer Wernli und seine Anschieber stossen die Gondel nochmals die Strasse hinauf für die «letscht Talfahrt» an diesem Abend.

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