«Es gibt immer wieder Familien, die nicht so ein grosses Budget haben und sehr froh sind, schöne Secondhand- Kleider kaufen zu können», sagt Sandra Erne, Leiterin der Kinderkleiderbörse in Stilli. Vermehrt finden wieder Kinderkleiderbörsen in der Umgebung Brugg statt. Verkauft werden vor allem gebrauchte Kinderkleidungsstücke für die Herbst- und Wintersaison. Aber auch verschiedenste Wintersportgeräte und Spielzeug. «Es gibt alles, was man braucht, um gut durch die kalten Monate zu kommen», sagt sie weiter. Erne findet ausserdem, dass die Kinder auch nicht immer die neuesten und teuersten Sachen tragen müssen. Um draussen zu spielen, oder für die Waldspielgruppe, reiche Secondhand-Ware schliesslich aus.

Kinder bessern Taschengeld auf

Die Börsen erfreuen sich an grosser Beliebtheit. «Die Börse in Stilli läuft sehr gut. Wir zählen bis zu 200 Besucher am Tag», erzählt Erne. Diese kaufen zirka 800 bis 1000 Kleidungsstücke an der Kinderbörse in Stilli. Im Winter verkaufen sich jeweils die Skihosen sowie die Jacken am besten. Während des ganzen Jahres wechseln Hosen und Pullover am meisten ihre Besitzer. Dem stimmt auch Tina Oberle, Mitorganisatorin der Kinderkleiderbörse in Villnachern, zu. Ausserdem verkaufen sich Spielsachen immer sehr gut. «Die Kinder haben grossen Spass daran, ihre alten Spielsachen verkaufen und dabei ihr Taschengeld aufbessern zu können», sagt Oberle. Ein grosser Vorteil der Börse sei zudem, dass man die Ware sehen und fühlen kann und nicht, wie beispielsweise in Onlineshops, die Katze im Sack kaufe.

Die Mitorganisatorin findet, dass es sich lohnt, die Kleidung aus zweiter Hand zu kaufen, da Kinder sehr schnell wachsen. Das bestätigt auch Claudia Blétry, Vorstandsmitglied der katholischen Frauengemeinschaft in Windisch. «Gerade Artikel wie Wanderschuhe und Skis, die teuer angeschafft werden müssen, kann ein Kind oftmals nur eine Saison lang tragen», sagt sie. Zudem freuen sich die Leute auch immer sehr, wenn sie mit etwas Glück ein Schnäppchen machen können. Besonders, wenn es sich dabei um Markenartikel handle.

Onlineshops: keine Konkurrenz

Man könnte meinen, im Digitalen Zeitalter seien die Börsen längst von den Onlineshops überholt worden. Doch dem ist nicht so. «Nach wie vor sind vor allem die Kinderkleiderbörsen sowohl bei den Käufern als auch bei den Verkäufern gefragt»,sagt Blétry. Auch die Börse in Windisch verzeichnet jedes Mal viele Besucher. An ihrer Börse seien besonders Kleider mit hochwertiger Qualität gefragt. Aber auch Spiele und Puzzles seien sehr beliebt. Die meisten Börsen spenden einen Teil ihres Erlöses für Kinderprojekte. So auch die Börsen von Stilli, Villnachern und Windisch. Die Organisatorinnen erhalten immer positives Feedback. «Die Besucher schätzen unser Engagement», sagt Sandra Erne. Es fehle an den Börsen jedoch immer an freiwilligen Helferinnen und Helfern. Laut allen drei Organisatorinnen sind sie auf die Mithilfe anderer angewiesen und freuen sich über jede helfende Hand.