Lupfig

Sechsstöckiges Autolagerhaus geplant: Amag braucht mehr Platz für Neuwagen

Auf dem Areal Fuchshalde in Lupfig ist ein sechsstöckiges Autolagerhaus geplant – das heutige Provisorium soll aufgehoben werden.

VW, Audi oder Seat: Um die 70000 Fahrzeuge pro Jahr bewegt die Amag Import AG über ihr Gelände im Norden von Lupfig. Auf dem Stammareal befinden sich 1500 Autolagerplätze. Im 2011 wurde auf der anderen Seite der Autobahn A3 am Standort Fuchshalde eine zusätzliche offene Lagerfläche mit rund 650 Plätzen für die Neuwagen geschaffen – als temporäre Massnahme.

Das Unternehmen plant nun eine dauerhafte Anlage: ein Autolagerhaus, das mit einer Brücke über die Autobahn mit dem Stammareal verbunden wird.

Erforderlich ist ein Gestaltungsplan

Heute seien die Lagerkapazitäten in Lupfig zu gering, sodass zum Teil externe Lö­sungen, sprich: Aussenlager, gefunden werden mussten, erklärt Dino Graf, Leiter der Amag-Unternehmenskommunikation. «Mit dem neuen Lagerhaus auf dem Gelände der Fuchshalde wollen wir dieses Problem beheben.» Die Vorteile liegen für ihn auf der Hand: Es müssten weniger Lastwagenbewegungen verzeichnet werden, da alle Fahrzeuge an einem Standort ge­lagert werden. Durch den Wegfall des Provisoriums würden überdies die Abläufe klarer und sicherer.

Die Parzelle zwischen Scherzbach und Wald liegt in der Industriezone und ist mit einer Sondernutzungsplanpflicht belegt. Weil ein öffentliches Interesse besteht am Erscheinungsbild des Neubaus und weil die haushälterische Nutzung des Bodens sichergestellt werden soll, ist ein Gestaltungsplan erforderlich. Dieser liegt bis 2. März auf der Gemeindeverwaltung öffentlich auf. Parallel laufen die Projektierungsarbeiten. Klappt alles reibungslos, kann der Gestaltungsplan Ende dieses Jahres in Kraft treten, der Baubeginn im September 2021 und die Inbetriebnahme im Oktober 2022 erfolgen.

Bau der Autobahnbrücke ist eine Herausforderung

Gemäss Richtprojekt – die Amag und die Gemeinde bevorzugen laut den Unterlagen eine Holzbauweise – realisiert werden soll ein rund 20 Meter hoher Neubau mit sechs Geschossen und rund 1990 Lagerplätzen. Im Innern befindet sich ein zylinderförmiger Freiraum mit einer spiralförmigen Rampe, um die Stockwerke miteinander zu verbinden.

Den Bau der Brücke, die vom ersten Stockwerk über die Autobahn führt, bezeichnet Amag- Sprecher Graf als eine der grössten Herausforderungen beim Vorhaben. Denn der Verkehr müsse reibungslos weiter funktionieren. Angedacht sei, fügt Graf an, eine Brückenbauweise analog der A1-Autobahnbrücke bei Birmenstorf. «Das lässt eine relative störungsfreie Montage zu.»

Wert gelegt werde auf eine ökologische Bauweise und eine einwandfreie Integration ins Landschaftsbild, fährt der Amag-Sprecher fort. «Daher haben wir für diesen Punkt auch speziell einen Landschaftsarchitekten beigezogen.» Ausserhalb des Gebäudes, wo sich heute die Lagerflächen auf einer Kiesfläche befinden, soll eine Grünfläche mit Bäumen und Sträuchern entstehen.

Die naturnahe Umgebungsgestaltung mit einer vergrösserten Grünfläche biete einen grösseren Lebensraum für Tiere und Pflanzen, wird in den Unterlagen zum Gestaltungsplan ausgeführt. Das Lagerhaus werde sich trotz seiner Grösse wenig auffällig ins Landschaftsbild integrieren. Durch das Aufheben der Aussenlager in der Region verbessere sich die Verkehrsbelastung ausserhalb des Verteilzentrums, was sich positiv auf die Luft- und Lärmbelastungen auswirkt, heisst es in der Gesamtbeurteilung. Kurz: Der angestrebte Bau eines Lagerhauses anstelle der bestehenden offenen Lagerfläche stelle aus raumplanerischer Sicht eine effizientere, ressourcenschonendere Nutzung dar.

Autohändler setzt ein Zeichen für die Zukunft

Ob Bach- und Waldabstand oder Begrünung: Da die Fläche zwischen Scherzbach und Wald liege, seien bei diesem Gestaltungsplan entsprechende Elemente zur Einbettung in die Natur berücksichtigt worden, bestätigt Richard Plüss, Gemeindeammann in Lupfig und Präsident des Planungsverbands Brugg Regio. Er spricht von einer guten Lösung, die entwickelt werden konnte in Zusammenarbeit zwischen Planern, Eigentümerschaft, Gemeinde sowie kantonalen Behörden.

Raumplanerisch gelte der Grundsatz vom «schonenden Umgang mit dem Boden», ergänzt Plüss. «So begrüssen wir es sehr, wenn Amag ein Zeichen in die Zukunft setzt und mit einem Autolagerhaus diesen raumplanerischen Grundsätzen gerecht wird und dieses Vorhaben möglichst rasch umsetzt.» Die Amag sei für Lupfig ein respektiertes Unternehmen, das nach eigenen Aussagen am Standort Lupfig festhält und diesen noch weiter ausbauen und entwickeln will, so Plüss.

Dieser Aussage stimmt Dino Graf zu. Für die Amag sei das Areal in Lupfig verkehrs­technisch sehr gut gelegen, mit Bahnanbindung sowie inmitten des Autobahnknotenpunkts. Aus diesem Grund sei der Standort Ende der Fünfzigerjahre gewählt und 1965 eröffnet worden. Auch für die Aktivitäten in Zukunft werde der Standort als sehr geeignet erachtet.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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