Stadtfest Brugg

Schwimmen mit Publikum

Marc Locatelli, Marianne Barth und Isabel Sulger Büel bieten dem Publikum als Freischwimmer beste Unterhaltung.

Marc Locatelli, Marianne Barth und Isabel Sulger Büel bieten dem Publikum als Freischwimmer beste Unterhaltung.

Bei der Stadtkirche in Brugg zeigt die Theatersportgruppe «Freischwimmer» im Fahrieté ihr Können.

Zwei Kinder mit Luftballons in der Hand kommen mit grossen Augen auf den rotbraunen Zirkuswagen des Kleintheaters Fahrieté zu. Marianne Barth von der Theatergruppe Freischwimmer lächelt sie an und erklärt ihnen, dass sie bestimmen können, was gleich drinnen passieren wird. Ihre Neugierde ist geweckt, das Interesse ist da.

Der Zirkuswagen öffnet kurz vor Vorstellungsbeginn seine Tür und blitzschnell sind die gerade mal 40 Zuschauerplätze besetzt. Ein Musiker spielt Gitarre und auf der Bühne tauchen zwei Frauen und ein Mann auf: die Freischwimmer. Sie machen Theatersport, bei dem das Publikum Vorschläge liefert und sie diese in eine Geschichte umsetzen.

Die Kinder in der ersten Reihe ziehen noch Begriffe aus einem Hut, die ebenso in die Geschichte einfliessen. «Freibad» lautet das erste Thema. Dann rufen alle im Wagen vereint: «5, 4, 3, 2, 1, los!»

Der tanzende Wal trifft auf die Königin von England

Eine Mutige springt vom Sprungbrett ins Schwimmbecken. Sofort wird sie aus dem Wasser zitiert, weil sie noch nicht die «Schwimmbeckenreife» habe. «Mit dem ‹Delfin› darfst Du nicht ins grosse Becken», wird ihr erklärt. «Und mit dem ‹Seepferd› darf man nur ein Eis kaufen», ist von der Badmeisterin zu erfahren.

Der zweite Schwimmfreudige im Bad hat nur den «Pinguin» und darf damit nur in die Badewanne. In einer Trockenübung führen sie den Schwanenschwung und den tanzenden Wal vor, um der Badmeisterin ihr Können zu zeigen. Im Zirkuswagen wird schallend gelacht. Die Badmeisterin lässt sich aber nicht umstimmen. Dann ertönt ein Pfiff aus einer Trillerpfeife und die nächste Szene folgt.

In knapp 45 Minuten zeigen die Freischwimmer ihr Können. Jede Szene ist einmalig – Premiere und Derniere zugleich. In Sekundenschnelle katapultieren die Schauspieler das Publikum in eine andere Geschichte.

Sie verladen einen drei Meter grossen Hecht, führen ein Interview mit einer verrückten japanischen Erfinderin, präsentieren die Promi-WG mit Heidi Klum, Luca Hänni und der Königin von England und gehen mit einem Leberwurstbrot auf Weltreise. Die Zeit im Fahrieté vergeht wie im Flug, das Publikum scheint ganz verzaubert zu sein.

Im Liegestuhl lässt sich das nächste Konzert auswählen

Nachdem die Freischwimmer «ausgeschwommen» haben, kommt das Publikum nur langsam aus dem Zirkuswagen. Aber sie gelangen direkt in das nächste Geschehen.

Vor dem Fahrieté sitzen Ukulele-Spieler, die mit ihren Klängen die Zuhörer betören. Sie singen dazu «You are my sunshine», und bei «Fly me to the moon» singen die Leute rund ums Fahrieté mit. Einige schnippen auch mit den Fingern im Takt. Sie geniessen offensichtlich die entspannte Festatmosphäre.

Ukulele Jam am Stadtfest Brugg

Ukulele Jam am Stadtfest Brugg.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Brugger Stadtkirche erklingt ebenso Musik. Auf der Bühne der «Schwinging Sneakers» mit den vielen farbenfrohen Sportschuhen treten an diesem Nachmittag die jungen Rossstallrocker und Crazy Clarinets auf.

Und strahlend blaue Liegestühle laden vor der Kirche dazu ein, es sich dort bequem zu machen und vielleicht darüber nachzudenken, was man als Nächstes am Brugger Stadtfest sehen und erleben möchte. Die Auswahl ist enorm.

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