Thalheim
Schwarze Finger sind kein Problem: Traumberuf zwischen Werkstatt und Stall

Landmaschinenmechaniker sei ihr Traumberuf: Darüber sind sich Dominik Strebel (4. Lehrjahr) und Pascal Wietlisbach (2. Lehrjahr) einig. Ihre Ausbildung absolvieren sie bei der Wernli Landtechnik GmbH in Thalheim.

Michael Hunziker
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Pascal Wietlisbach (2. Lehrjahr, links) und Dominik Strebel (4. Lehrjahr) an der Arbeit am Traktor.mhu

Pascal Wietlisbach (2. Lehrjahr, links) und Dominik Strebel (4. Lehrjahr) an der Arbeit am Traktor.mhu

Michael Hunziker

Faszinierend sei die Verbindung von technischem Verständnis und handwerklichem Geschick, die bei dieser Tätigkeit gefragt sei, sagen die Landmaschinenmechaniker-Lehrlinge. «Kein Fahrzeug und kein Gerät gleicht dem anderen. Jeder Arbeitstag bringt Neues», fügt Dominik Strebel an. «Die Arbeit ist abwechslungsreich und anspruchsvoll.» Nach den Abschlussprüfungen will er auf seinem Beruf weiter arbeiten und Erfahrungen sammeln – und für einmal nicht an die Schule denken müssen.

Früh begeistert von Landwirtschaft

Für die jungen Berufsmänner war früh klar, dass sie Landmaschinenmechaniker lernen wollen. Zwar stammen beide nicht aus einer Bauernfamilie, aber sie waren schon als Kinder begeistert von der Landwirtschaft und all ihren Geräten, machten die Traktorprüfung und halfen in der Freizeit auf dem Feld mit. «Der Beruf des Landmaschinenmechanikers beinhaltet alles, was mich interessiert», fasst Dominik Strebel zusammen.

Auch wenn man dreckig werden könne und schwarze Finger kriege, auch wenn es manchmal eine Herausforderung sei, Arbeit, Schule und Freizeit unter einen Hut zu bringen: «Der Entscheid für diese Lehre war absolut richtig», sagt sein Kollege Pascal Wietlisbach. «Wir können uns ein vielseitiges Wissen aneignen. Ein gelernter Landmaschinenmechaniker ist ein Allrounder und hat beste Zukunftsaussichten.»

Dieser Aussage stimmt Firmeninhaber Martin Wernli zu. Berufsleute seien gesucht. «Sie sind sehr gut ausgebildet und verfügen über viele Fertigkeiten. Aktuell sind wir selber auf der Suche nach einem Landmaschinenmechaniker mit Berufsabschluss.» Bei den Lehrlingen bestehe zwar kein akuter Mangel. Trotzdem: Nach wie vor sei qualifizierter Nachwuchs gesucht. Angesprochen seien Sekundar- oder Bezirksschüler.

Typischen Arbeitstag gibt es nicht

Ein Landmaschinenmechaniker ist in der Werkstatt genauso anzutreffen wie – was häufig vorkommen kann – auf dem Feld oder im Stall. «Es kommt immer wieder zu Überraschungen. Steigt irgendwo eine Maschine aus, müssen wir reagieren», sagen die Lehrlinge. Ein typischer Arbeitstag gebe es kaum, eine typische Tätigkeit können sie aber nennen: der Service an einem Traktor. Beim schweren Gefährt sei alles etwas grösser als bei einem Auto. «Und komplexer», ergänzt Dominik Strebel. Zwar seien weniger elektronische Komponenten vorhanden, dafür gelte es, sich auch um die Pneumatik und Hydraulik zu kümmern. Kurz: «Bei uns ist ein einziger Berufsmann für sämtliche Bereiche zuständig.»

Das Spektrum an Fahrzeugen und Geräten sei enorm breit, reiche von Frontlader oder Feldspritze, Heuwagen oder Schneepflug bis zu Rasenmäher oder Motorsäge, fahren die Lehrlinge fort. «Wir reparieren, bauen um und passen an.» Als Besonderheit werden bei der Wernli Landtechnik GmbH auch Lastwagen gewartet. Überdies sei in seinem Betrieb ein Landmaschinenmechaniker auch ein Verkäufer, sagt Firmeninhaber Wernli. «Er muss flexibel sein und Freude haben am Kontakt zu den Kunden.» Anders gesagt: Sämtliche sieben Mitarbeiter müssten selbstständig arbeiten können und Verantwortung übernehmen.

Lehrlinge stehen im Mittelpunkt

Apropos: Verantwortung übernehmen die beiden Lehrlinge bei den Wernli Days, der Traktoren- und Landmaschinen-Ausstellung. Dominik Strebel und Pascal Wietlisbach sind für Lehrlings-Infostand zuständig. Sie stellen den Beruf des Landmaschinenmechanikers vor und beantworten Fragen.

An einem Schnittmodell besteht für die Besucher die einmalige Gelegenheit, einen Blick ins Innere eines Traktors zu werfen. Hand angelegt werden kann an einem Elektro-Pult, an dem die Beleuchtung eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs angeschlossen wird. Die Kleineren dürfen sich derweil ein eigenes Namensschild stanzen.

«Wir möchten an unserer Landmaschinen-Ausstellung einmal einen etwas anderen Weg einschlagen», sagt Martin Wernli. «Die Wernli Days wenden sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern sollen das Ziel eines Familienausflugs sein. Eltern, Bekannte und Freunde sind eingeladen, uns über die Schultern zu schauen und das gemütliche Beisammensein zu geniessen.»

Aktuelles und Trends

Die Wernli Days bei der Wernli Landtechnik GmbH in Thalheim finden vom 11. bis 13. April, täglich ab 10 Uhr, statt. Gezeigt werden die aktuellen Traktoren-Modelle, die Trends in Sachen Bodenbearbeitung sowie die Neuheiten in Forst- und Gartentechnik. Zum Rahmenprogramm gehören Beizli- und Barbetrieb, Live-Painting, Hüpfburg und Malwettbewerb. Am Samstag spielt die Partyband Jukesox zur Unterhaltung auf.

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