Villnachern
Schulsanierung für 4,4 Millionen: Unterricht zwischen Bagger und Mulden

Die Schulanlage wird für 4,4 Mio. Franken saniert und erweitert – gleichzeitig findet der Unterricht statt. Dies erfordert erhöhte Sicherheitsmassnahmen. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch die Erneuerung Bevölkerungszuwachs.

Michael Hunziker (Text und Fotos)
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Schulanlage Villnachern wird saniert.
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Die Arbeiten haben begonnen: Während der Sportferien hat sich die Schulanlage in eine einzige Baustelle verwandelt.
Mauern werden abgebrochen.

Schulanlage Villnachern wird saniert.

Michael Hunziker

Mit dem Schulstart heute Montag werden die Mädchen und Buben grosse Augen machen: Während den Sportferien hat sich die Schulanlage Villnachern in eine einzige Baustelle verwandelt. Von weitem ist der Kran zu sehen, auf dem Areal stehen Container und Mulden, ein Bagger dröhnt und – im Untergeschoss der Turnhalle – das Kreischen einer Trennscheibe ist zu hören.

Dort werden Fensterfront, Brüstungen und Türen abgebrochen und es entstehen lichtdurchflutete Schulzimmer für Textiles Werken, Werken und Musik sowie ein Tagesstrukturraum.

Kurz: Die 4,4 Mio. Franken teure Sanierung und Erweiterung der Schulanlage hat begonnen. Und wie! Zeit gelte es in der Tat keine zu verlieren, bestätigt Vizeammann Beat Buchle und verweist auf den sportlichen Terminplan: Bis Sommer werden – in einer ersten Phase – die zusätzlichen Räumlichkeiten bereit gestellt, die mit dem neuen Schulsystem und dem Unterricht für sechs Primarschulklassen angeboten werden müssen.

Schulhausplatz zum Teil gesperrt

Weil die Arbeiten während des Schulbetriebs erfolgen, sind besondere Vorsichtsmassnahmen gefragt. Weite Bereiche des Geländes sind abgesperrt. Für ihren Schulweg müssen die Kinder neu die Route über den Sportplatz nehmen, die Pausen verbringen sie auf dem Trockenplatz. Bautätigkeit und Schulbetrieb unter einen Hut zu bringen, sei eine Herausforderung, stellt Buchle fest. Er betont: «Die Sicherheit hat höchste Priorität.»

Von sämtlichen Beteiligten werde viel Flexibilität verlangt, fährt der Vizeammann fort. Sowohl Schüler, Lehrer und Schulleitung als auch Vereine hätten mit Einschränkungen zu rechnen, in der Turnhalle stehe zeitweise weder warmes Wasser noch Heizung zur Verfügung. Das Konzert der Musikgesellschaft, zum Beispiel, finde für einmal in Umiken statt.

Buchle kann allen ein Kränzchen winden: Es sei viel Verständnis vorhanden. Der Gemeinderat seinerseits lege Wert darauf, offen zu kommunizieren. Frühzeitig seien die Pläne vorgestellt worden und auch weiterhin würden sämtliche Anliegen aufgenommen, versichert der Vizeammann – hoch erfreut darüber, dass die Bevölkerung trotz Umtrieben hinter dem Vorhaben steht. Denn schliesslich handle es sich auch aus finanzieller Sicht um einen stolzen Brocken.

Wichtiger Faktor für Neuzuzüger

Bestandteile des Projekts sind neben der Schulraumerweiterung um weitere zwei Klassenzimmer und zwei Gruppenräume – die übrigens in die bestehende Gebäudehülle integriert werden – auch die Gesamtsanierung von Fassaden und Dach, Turnhalle, Sanitäranlagen sowie Umgebung. Zu letzterer gehört die erneuerte Sportplatzbeleuchtung genauso wie ein neuer Spielplatz. Überdies wird die bestehende Ölheizung durch eine Holz-Pellet- und Holzschnitzel-Heizung ersetzt.

Und weil sich die Neigung der Dächer als optimal herausgestellt hat, wird auf einer Fläche von 540 Quadratmetern eine Photovoltaikanlage installiert. Die Rede ist von einem Energieertrag von rund 72 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Zentrale Gemeindefunktion

Voraussichtlich bis Ende 2014 sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen sein. Buchle ist zuversichtlich, dass es zu keinen grösseren Überraschungen und damit zu Verzögerungen kommt – und dieses Ziel erreicht werden kann. Die Infrastruktur werde sich dann wieder auf einem zeitgemässen Stand befinden, hält der Vizeammann fest. Die modernen Schulzimmer verfügen – um nur ein Beispiel zu nennen – über interaktive Wandtafeln.

Anders gesagt: Die Schulanlage werde für die nächsten Jahre den Bedürfnissen entsprechen, die Anforderungen an Bildung und Qualität könnten erreicht und Villnachern als Schulstandort erhalten und gesichert werden. «Die Schulanlage hat eine zentrale Funktion in der Gemeinde», sagt Buchle und erwähnt den zu erwartenden Bevölkerungszuwachs. Auch für Neuzuzüger sei eine gute Schule ein wichtiger Faktor. Und mit Blick auf das Vereinsleben, die Dorffeste und die Sportaktivitäten fügt der Vizeammann an: «Die Schulanlage kommt der ganzen Dorfbevölkerung zugute – und das jeden Tag.»