Bewegung kommt in die Geschichte rund um die Beträge der Stadt Brugg für die Schulanlässe: Die Exkursionen, Reisen und Lager werden wie bis anhin durchgeführt. Die Eltern sollen aber auf die Veränderungen hingewiesen werden, die durch den Bundesgerichtsentscheid von Ende 2017 entstanden sind, sowie auf die Möglichkeit von freiwilligen Beiträgen.

Laut dem Urteil des Bundesgerichts dürfen den Eltern für obligatorische Schulanlässe nur noch maximal die Verpflegungskosten in Rechnung gestellt werden. Der Stadt Brugg entstehen dadurch jährliche Mehrkosten von 60'000 Franken.

Allerdings verzichtete der Stadtrat auf die Aufnahme dieser Zusatzkosten ins Budget 2019. Stattdessen sollten zusammen mit dem Gesamtschulleiter Massnahmen geprüft werden, um die Mehrkosten tiefer zu halten, ohne dass die Unterrichtsqualität leidet. Titus Meier, FDP-Einwohnerrat und -Grossrat sowie Bezirksschullehrer in Brugg, äusserte sich besorgt nach der Budgetdebatte. Eine Kürzung der Beträge würde entweder dazu führen, dass die Schulreisen in einem noch kleineren Rayon durchgeführt werden müssten, sagte er Ende Oktober gegenüber «Schweiz am Wochenende». Oder aber es stelle sich die Frage, ob auf Schullager verzichtet wird, respektive sie für freiwillig erklärt werden sollen.

Der Stadtrat gibt nun Entwarnung: Er ist bereit, einen Nachtragskredit bis 60 000 Franken zu sprechen, sollten die Beiträge von Eltern und Stadt nicht ausreichen, um die Kosten zu decken für diese schulischen Aktivitäten.

Für Aufsehen gesorgt bei diesem Thema hat in diesen Tagen Gertraud Bögli aus Neuenhof, die seit dem Tod ihres Mannes vor fünf Jahren den Kindern immer wieder Freude mit Geldspenden macht. Wie «20 Minuten» berichtete, wollte die 79-Jährige der Schule Brugg 10 000 Franken spenden, damit keine Abstriche gemacht werden müssen.

Der Brugger Stadtrat stoppte die Aktion aber und teilte der grosszügigen Rentnerin nach seinem Beschluss – und der damit veränderten Ausgangslage – diese Woche mit, dass die obligatorischen Schulanlässe ohne Einsparungen durchgeführt werden sollen. Der Frau wurde stattdessen vorgeschlagen, für das Ferienhaus in Hemberg SG zu spenden, in dem unter anderem Ferienlager für Kinder stattfinden. Die Spende könnte auf diese Weise zweckgebunden verwendet werden für die finanzielle Unterstützung von Kindern aus einkommensschwachen Familien, so Stadtrat Willi Däpp (SP). (mhu/cm/jam)