Windisch

Schulpfleger wurde das Ressort entzogen – jetzt reicht er Beschwerde ein

Dem Windischer Schulpfleger Suad Maliqi wurde, wie seiner Kollegin Zeynep Karavus, das Ressort entzogen. Jetzt wehrt er sich.

Suad Maliqi und Zeynep Karavus stehen in der Windischer Schulpflege seit Mitte Dezember ohne Ressorts da; sie wurden ihnen entzogen. Die Gründe dafür wurden nicht öffentlich gemacht. Bis jetzt haben Suad Maliqi und Zeynep Karavus geschwiegen. Nun aber will Maliqi seine Sicht der Dinge darstellen. Der AZ liegt eine umfassende Stellungnahme vor.

Der wichtigste Punkt: Die für den Ressortentzug genannten Gründe seien «mit ungenügender Sachlage» dargestellt worden, findet Maliqi. Deshalb habe er sich entschieden, eine offizielle Beschwerde beim Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) einzureichen.

«Die Beschwerde enthält mehrere Punkte, die es zu prüfen gilt», schreibt Maliqi in der Stellungnahme. «Es geht dabei nicht nur um den Ressortentzug.» Er gehe davon aus, dass die Beschwerde bald behandelt wird.

Weitere Entscheidungen fallen Ende Januar

Von einem Rücktritt, wie er von Lehrpersonen, aber auch von der SP – sie hatte Maliqi (parteilos) als Schulpfleger portiert – gefordert wurde, will er nichts wissen. «Wie es im Gremium weitergeht, werde ich Ende Januar sehen. Dann werde ich weitere Entscheidungen treffen können», schreibt er.

Auf Nachfrage sagt Maliqi: «Es gibt noch einige klärende Gespräche zu führen, welche das weitere Vorgehen im Gremium klären sollten. Auch muss sich die Schulpflege im Januar neu konstituieren nach dem Ressortentzug.»

Grundsätzlich wolle er den Konflikt nicht über die Medien austragen, aus diesem Grund sei er bis anhin sehr zurückhaltend gewesen, sagt Maliqi. Dennoch möchte er seine Sicht der Dinge nun darlegen.

Maliqi scheiterte mit einem Gegenantrag

Anfang August 2019 habe er das Schulpflege-Präsidium an die neu gewählte Isabelle Bechtel übergeben. Die Neukonstituierung sei durch den externen Berater moderiert worden. Danach hätten die Probleme begonnen. Die interne Kommunikation der Präsidentin sei intransparent.

Maliqi spricht von geheimen Entscheiden. So seien er und Karavus beispielsweise nicht zur Sitzung der Schulpflege mit dem Gemeinderat und den Parteivertretern eingeladen worden.

Für Maliqi steht fest: «Die Schule Windisch befindet sich auf der Führungsebene in einer richtigen Krise.» Die Schulpflege habe es – trotz Begleitung eines externen Beraters – nicht geschafft, einen konstruktiven, lösungsorientierten und strategischen Entscheidungs- und Lösungsprozess herbeizuführen.

Neuer Schulsozialarbeiter

Maliqi ist mit einem Antrag in der Schulpflege gescheitert. Um den Ressortentzug zu verhindern, machte er einen Gegenvorschlag, «der von den anderen drei Mitgliedern leider abgelehnt wurde». Er habe mit dem Antrag «eine konstruktive, demokratische und kollegiale Lösung für die aktuelle schwierige Situation im Gremium» herbeiführen wollen, damit die Zusammenarbeit wieder auf Sachebene erfolgen könne.

Maliqi war in der Schulpflege zuständig für HR, Organisationsentwicklung, Musikschule und HPS. Zeynep Karavus hatte die Bereiche Rekurswesen, Disziplinarwesen, Konflikt- und Krisenmanagement sowie Schulsozialarbeit unter sich.

Apropos Schulsozialarbeit: Im Dezember wurde einem Mann, der sich für die freie 80-Prozent-Stelle beworben hatte, noch vor Stellenantritt wieder gekündigt. Die Begründung: Er gehört einer Freikirche an. Immerhin nimmt diese Geschichte, auch für Maliqi und Karavus, die für den Rekrutierungsprozess verantwortlich waren, noch ein positives Ende.

Mit Valentin Blum wurde ein neuer Schulsozialarbeiter gefunden. «Es freut mich, dass sich unsere Erstwahl jetzt doch noch entschieden hat, seine Stelle als Schulsozialarbeiter anzutreten», sagt Maliqi.

Im Gegensatz zu Suad Maliqi war Zeynep Karavus (CVP) für eine Stellungnahme weiterhin nicht erreichbar.

Meistgesehen

Artboard 1