Die Schulpflege Bözberg macht sich dafür stark, dass der Postauto-Zusatzkurs um 15.45 Uhr erhalten bleibt. Es müsse alles darangesetzt werden, dass der Bus weiter fahre, ist in einem Flugblatt festgehalten, das an die Haushalte der Gemeinde verteilt wurde.

Die Schulpflege – unterschrieben haben neben Präsidentin Barbara Dethomas auch Vizepräsidentin Yvonne Krüse und Mitglied Hanspeter Flückiger – ruft dazu auf, die Gemeindeversammlung heute Mittwochabend zu besuchen und ihrem Überweisungsantrag zuzustimmen, «zum Wohle der Schüler und zugunsten der Wohnqualität auf dem Bözberg».

Ziel sei es, dass die Beteiligungskosten der Gemeinde am Bus in das Budget 2015 aufgenommen würden. «Mit dem Flugblatt wollten wir sichergehen, dass die gesamte Bözberger Bevölkerung über das Bus-Problem informiert wird und nicht nur die betroffenen Familien», sagt Schulpflegepräsidentin Dethomas.

Der Hintergrund: Neben dem üblichen Angebot fährt in Bözberg ein Postauto, das um 15.45 Uhr im Ursprung hält, damit die Kinder nach der Schule nicht über eine halbe Stunde warten müssen. Eingeführt wurde dieser Zusatzkurs im Zusammenhang mit der Fusion der Gemeinde Bözberg, dem damit grösseren Einzugsgebiet sowie dem Umbau der Schulhäuser. Ab 2015 möchte der Gemeinderat dieses Angebot streichen, da die Frequenzen sehr gering seien (az vom 14. 6.). Die Rede ist von einem Kostenanteil in der Höhe von 15 000 Franken.

Über 40 Schüler in Bözberg

Durch den Wegfall des Busses müsste gemäss Schulpflege der Stundenplan so angepasst werden, dass die Schüler den früheren Bus um 15.15 Uhr erreichen könnten. Die fehlende Unterrichtszeit wäre am Morgen vorzuholen. Die Grundlage eines idealen Unterrichts sei damit nicht gegeben, führt die Schulpflege weiter aus. Fast unmöglich werde die Gestaltung eines Nachmittagsunterrichts für den Kindergarten.

Das Hauptargument des Gemeinderats, die Auslastung des Busses sei schlecht, lässt die Schulpflege nicht gelten. «Tatsache ist, dass aus den Dorfteilen Oberbözberg, Linn und Gallenkirch momentan über 40 Schüler in die Schule Bözberg gehen und somit prinzipiell auf den Bus angewiesen sind», hält sie fest. Ab August dieses Jahres seien es sogar über 50 Kinder.

Die Streichung des Busses und die Einführung eines angepassten Stundenplans führe «zu einer Verminderung der Unterrichtsqualität und wird den Verbleib qualifizierter Lehrpersonen auf dem Bözberg stark gefährden», ist die Schulpflege überzeugt. Kurz: «Die Gemeinde verliert mit Sicherheit an Attraktivität als Wohnort für Familien.»

Könne die Anzahl Bus-Benutzer gesteigert werden, sinke der Kostenbeteiligung oder falle ganz weg. Ebenfalls ist laut Schulpflege zu beachten, dass mit dem Schulsystemwechsel auf 6 Jahre Primarschule und 3 Jahre Oberstufe die Gemeinde externes Schulgeld von mehreren Zehntausend Franken einspare. Will heissen: «Auch mit den Buskosten sinken die Ausgaben für die Schule ab dem Jahr 2015.» Deshalb: «Der einzig richtige Weg ist die Beibehaltung des Buskurses mit Begleitmassnahmen, die sicherstellen, dass eine ausreichende Auslastung erreicht wird», fasst die Schulpflege zusammen.

Es gehe dabei nicht um einen Streit mit dem Gemeinderat, sondern um einen Interessenkonflikt, der durch die Gemeindeversammlung gelöst werden könne, hebt Schulpflegepräsidentin Dethomas hervor. «Natürlich hoffen wir auch auf die Unterstützung der Eltern.»

Gemeinderat wartet ab

Dass die Schulpflege mit einem Flugblatt auf ihre Anliegen aufmerksam macht und die Stimmberechtigten aufruft, an der Gemeindeversammlung teilzunehmen und dem Überweisungsantrag zuzustimmen, ist keine Überraschung für Peter Plüss, Gemeindeammann in Bözberg. Es sei ein legitimes Mittel, um auf ein Anliegen aufmerksam zu machen, stellt er fest.


Grössere Diskussionen erwartet der Gemeindeammann nicht. Er betont, dass es sich vorerst um einen Überweisungsantrag handelt. Werde dieser angenommen, werde das Geschäft an der nächsten Gemeindeversammlung im November behandelt und debattiert. Anders gesagt: Der Gemeinderat warte den Entscheid am Mittwoch Abend ab und leite dann die nötigen Schritte in die Wege.