Einweihung

Schulheim Effingen hat neu ein eigenes Schulhaus

Auf dem Areal des Schulheims Effingen wurden 15 Millionen Franken in Neubauten und Sanierungen investiert.

Rund dreieinhalb Jahre lang war das Schulheim Effingen eine Baustelle. Und daneben lief der Betrieb in der vom Bundesamt für Justiz anerkannten Institution mit 34 Wohn- und Schulplätzen für Knaben im Alter von 7 bis 17 Jahren unter Vollbelegung – als Vorgabe des Kantons – weiter. Seit wenigen Wochen sind nun sämtliche Neubauten bezogen, und das grosszügige Areal mit Dorfcharakter – neu gestaltetem Pilzplatz sowie grossem Brunnen – ist kaum wieder zu erkennen. Entlang der Kantonsstrasse wurden als eine der ersten Baumassnahmen eine Reihe neuer Parkplätze erstellt und dadurch sämtliche Autos aus dem Kinder-Areal verbannt.

Entstanden sind zwei separate Wohnhäuser für die Gruppen Rot und Grün. Neu haben alle Knaben ein Einzelzimmer mit Lavabo. In einer späteren Etappe wurde das Knabenhaus neben dem Hauptgebäude abgebrochen und ein modernes Schulhaus erstellt, das raffiniert mit der rund 15-jährigen Turn-und Mehrzweckhalle verbunden wurde. «Auf dieses Schulhaus mussten wir lange warten», sagte Gesamtleiter Hans Röthlisberger am Freitagabend auf einem Rundgang anlässlich der offiziellen Einweihung. «Bisher waren die Schulräume auf sechs Standorte verteilt.»

Pferde-, Esel- und Hühnerstall

Auch der Pferdestall wurde neu gebaut. Reiten ist ein wichtiger Bestandteil der tiergestützten Pädagogik im Schulhaus Effingen. «Die Sattelkammer hat Wohnzimmer-Qualität», so Röthlisberger stolz. Seit 15 Jahren betreibt das Schulheim eine eigene Isländer-Zucht. Die Pferde können sich frei bewegen und um den ganzen Stall herumlaufen. Nur zum Fressen gehen sie in eine Box.

Das vom Kanton vorgegebene Kostendach für die Erweiterung und Sanierung betrug 15 Millionen Franken und konnte eingehalten werden. Der Bund beteiligte sich mit 4 Millionen Franken an den Kosten. Dank finanzieller Unterstützung aus Stiftungen und von privaten Spendern konnten zudem ein Esel- und Hühnerstall sowie ein Kunstrasen auf dem Sportplatz neben dem Schwimmbad erstellt werden.

Mit der Planung beauftragt wurde das Büro Stoos Architekten AG aus Brugg. Sichtbeton, Eichenholz und Glas sind die dominierenden Bauelemente, die sich von den Schulzimmern – mit teilweise interaktiven Wandtafeln, über den Wohnbereich mit Töggelikasten und offener Küche sowie die verschiedenen Aufenthalträume bis zu den Schlafzimmern durchziehen.

Bildungsdirektor erstmals im Heim

«Mit diesen Bauten ist uns ein riesiger Stein vom Herz gefallen», sagte Stiftungsratspräsident Ernst Kistler anschliessend im Festzelt und ergänzte mit einem Augenzwinkern: «Ist das nun Luxus? Ich meine nicht, denn es wurde alles genau kontrolliert und es reichte nicht einmal für ein Zimmer mit einer Modelleisenbahn.»

Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport, räumte in seiner Grussbotschaft ein, dass er das Schulheim Effingen zum ersten Mal besuche. Die Institution, die demnächst 150 Jahre alt wird, beziehe die Land-, Forst- und Hauswirtschaft nach wie vor erfolgreich in den Alltag der Knaben ein und bereite sie so auf das Erwachsenenleben vor. Leiter Röthlisberger verriet, dass er die Heimschlüssel Ende Juli 2017 nach 25 Jahren abgeben und das Fricktal mit seiner Ehefrau Brigitte verlassen wird.

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