Schulhaus-Neubau Dohlenzelg
Gemeindepräsidentin kontert: «Windisch ist finanziell bereit für diese Investition»

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin in Windisch, nimmt Stellung zu den in Leserbriefen geäusserten Bedenken zum Projektierungskredit von 2,3 Mio. Franken für den Schulhaus-Neubau Dohlenzelg.

Michael Hunziker
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Abgestimmt wird am 7. März an der Urne über den Kredit von 2,3 Mio. Franken für die Projektierung des Schulhaus-Neubaus Dohlenzelg.

Abgestimmt wird am 7. März an der Urne über den Kredit von 2,3 Mio. Franken für die Projektierung des Schulhaus-Neubaus Dohlenzelg.

Bild: Severin Bigler (17. Januar 2020)

Eine neue Schulanlage Dohlenzelg sei notwendig, zeigt sich der Windischer Heinz Wipfli in einem Leserbrief in der AZ überzeugt. Aber die Finanzierung des Neubaus sei «bei weitem» nicht gesichert, befürchtet er.

Am 7. März entscheidet das Stimmvolk in Windisch über den Kredit von 2,3 Mio. Franken für die Projektierung der Schulanlage Dohlenzelg. Vorgesehen ist ein Neubau für die Primarschulanlage inklusive Integration des Doppelkindergartens sowie Doppelturnhalle.

Wipfli verweist in seinem Leserbrief auf die Baukosten von voraussichtlich 34 Mio. Franken, auf die weiteren Investitionsprojekte der Gemeinde von 28 Mio. Franken, auf den Steuerfuss, der von «den bereits hohen» 115% auf 120% angehoben werden soll, auf die steigende Nettoschuld. Die Gemeinde verliere den finanziellen Handlungsspielraum, stellt er fest. «Ein verschuldetes Windisch mit allen Konsequenzen kennen wir aus der Vergangenheit.»

CVP-Politiker Wipfli gehörte ab 2006 während knapp zehn Jahren dem Gemeinderat an, amtete von 2010 bis 2013 als Vizeammann. Mit Blick in das Programm und auf den «vollen» Leistungskatalog empfiehlt er eine Reduktion auf das Not­wendige.

Gemeinderat setzt sich finanzielle Leitplanken

Kann sich Windisch eine neue Schulanlage Dohlenzelg leisten? Die Gemeinde sei finanziell bereit, antwortet Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP). Der Neubau, führt sie aus, entspreche rund 57% der geplanten Investitionen der nächsten 10 Jahre. Dies stelle zwar ganz klar eine Herausforderung dar und der Anstieg der Nettoschuld sei unumgänglich. Aber: «Der Gemeinderat hat sich mit der Finanzstrategie klare finanzielle Leitplanken gesetzt und Massnahmen festgelegt.» Unter anderem soll die Nettoschuld pro Einwohner bei maximal 3000 Franken liegen und der Steuerfuss um maximal 5% erhöht werden, so Heidi Ammon.

Ende 2014, blickt die Gemeindepräsidentin zurück, lag die Nettoschuld bei 2800 Franken pro Einwohner, Ende 2019 bei 500 Franken. Bei der Betrachtung der finanziellen Belastbarkeit, gibt sie zu bedenken, sei ebenfalls die Entwicklung der Steuerkraft zu gewichten von knapp 2000 Franken auf 2400 Franken pro Einwohner im gleichen Zeitraum.

Für Gestaltung wurden Experten beigezogen Gemeindepräsidentin

In einem weiteren Leserbrief macht der Windischer Architekt und Energieingenieur Heini Glauser einige Fragezeichen zur Grösse und Gestaltung von Aussenflächen und Innenräumen der geplanten Schulanlage Dohlenzelg. Er sorgt sich um das Wohl der Kinder.

Der Sportplatz und die Pausenflächen werden verschmolzen, massiv reduziert und zerstückelt, lautet seine Kritik. «Viele heutige Qualitäten für Sport, Pausen und Freizeit verschwinden», führt Glauser aus und erwähnt: den einfachen, aber funktionalen Leichtathletik-Sportplatz mit 400- und 100-Meter-Laufbahn, einem grossen Rasenfeld sowie Hart- und Sandfeldern; die 400 Quadratmeter grosse gedeckte Pausenhalle vor den Eingängen ins Primarschulhaus.

Heidi Ammon hält dagegen: Das Flächen- und Raumprogramm sei zusammen mit den Verantwortlichen der Schule sowie unter Berücksichtigung der Anforderungen an den Lehrplan 21 erarbeitet worden. Bei der Beurteilung der Sport- und Aussenflächen, fährt sie fort, seien ein Vertreter aus den Vereinen sowie ein Sportlehrer als Experten beigezogen worden. Die Jury habe die erwähnten Kriterien bei der Bewertung der eingegangenen Projekte ebenfalls miteinbezogen.

«Die Projektidee soll nun mittels Projektierungskredit konsequent zu einem gut koordinierten und optimierten Bauprojekt weiterentwickelt werden», fasst die Gemeindepräsidentin zusammen. Und:

«Dabei sollen auch die Pausenplatzgestaltung im Detail ausgearbeitet und die notwendigen Freiräume geschaffen werden, damit sich die Schülerinnen und Schüler auf dem neuen Schulareal wohlfühlen werden.»

Um die Bevölkerung umfassend informieren und einbeziehen zu können, hat Windisch für den bevorstehenden Urnengang auch den Weg gewählt über die moderne Gemeindewebsite. Zur Verfügung stehen die Projektunterlagen sowie – erstmals – eine Videobotschaft. Ein öffentlicher Orientierungsanlass im Januar hatte coronabedingt abgesagt werden müssen.

Die Rückmeldungen auf den Onlineauftritt seien durchweg positiv, sagt Heidi Ammon. Die Präsentation sei schon erfreulich oft angeschaut worden. Fragen zum Projekt allerdings seien bis dato keine eingegangen.