Windisch
Schuldenberg wächst: Windisch bezahlt 5,4 Millionen an Pensionskasse

Ende 2007 trat Windisch aus der Aargauischen Pensionskasse (APK) aus. Die APK pochte dann auf die Nachschusspflicht. Jetzt lenkt die Gemeinde ein und bezahlt den gesamten Betrag, nachdem sie 1,3 Millionen Franken für Zinsen aufgewendet hat.

Janine Müller
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5,4 Millionen Franken muss die Gemeinde Windisch der APK bezahlen (Archivbild).

5,4 Millionen Franken muss die Gemeinde Windisch der APK bezahlen (Archivbild).

Emanuel Per Freudiger

Die Schulden der Gemeinde Windisch steigen weiter an – auf 24 Millionen Franken. Der Grund dafür: Windisch hat beschlossen, die Nachforderung der Aargauischen Pensionskasse (APK) zu akzeptieren und den ausstehenden Betrag von 5'402'102.05 Franken zu bezahlen. Das teilte Gemeindeammann Heidi Ammon in einer Medienmitteilung mit.

Rückblick: Ende Jahr 2007 trat die Gemeinde Windisch aus der APK aus. Die Umwälzungen in der Pensionskasse haben zahlreiche andere Arbeitgeber – darunter 32 Gemeinden – dazu bewogen, die APK zu verlassen. Grundlegende Neuerungen wie der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat oder die Ausfinanzierung der Kasse bei gleichzeitigem Wegfall der Staatsgarantie bewogen Windisch zum Austritt.

Die APK verwies dann auf die Nachschusspflicht und forderte rund 6,2 Millionen Franken für die Deckung der Unterfinanzierung. Windisch jedoch überwies damals nur 2,3 Millionen Franken. In der Zeit bis heute musste die Gemeinde Windisch deshalb 3000 Franken Zins pro Woche der APK überweisen. Das entspricht Ausgaben von insgesamt 1,3 Millionen Franken. In dieser Zeit beauftragte die Gemeinde auch einen Anwalt, der den Fall prüfen sollte.

Betrag bereits überwiesen

Zwischenzeitlich ging die APK jedoch in einem ähnlichen Fall (Rudolfstetten) bis vors Bundesgericht. Dort bekam die Pensionskasse in allen Teilen recht. Basierend auf diesem Urteil habe die APK der Gemeinde Windisch eine Schlussrechnung zugestellt, heisst es in der Medienmitteilung. Für Windisch heisst dies, dass die 5,4 Millionen Franken doch überwiesen werden müssen. «Der Gemeinderat ist letztendlich das Beschluss-Gremium und so hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, das Urteil zu akzeptieren», sagt Gemeindeammann Heidi Ammon. Auf Anfrage der az gab sie bekannt: «Der gesamte Betrag wurde bereits Anfang November überwiesen.»

Die Schlussabrechnung wird den beteiligten Spezialfinanzierungen belastet. Die Rückstellungen werden aus der Aufwertungsreserve getätigt. In der Finanzplanung der Gemeinde wurde seit 2007 mit diesen Ausgaben geplant. Dass Windisch einlenken würde, kommt nicht überraschend. Bereits an der letzten Einwohnerratssitzung kündigte der Gemeinderat diesen Schritt an.

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