Birr

Schüler absolvieren Marathon auf Drums

Drum-Marathon in Birr.

Drum-Marathon in Birr.

«Weltrekord» egalisiert: Perkussionsschüler der Musikschule Eigenamt spielten mit Lehrer Beda Ehrensperger über zwei Stunden ohne Pause Schlagzeug und Djembe.

Welch eine Herausforderung! Schlagzeug-Lehrer Beda Ehrensperger hatte sich für seine Schützlinge am eidgenössischen Tag der Musik eine besondere Konzertart ausgedacht: einen Drum-Marathon. Der vom Kenianer Dennis Kipruto Kimetto im September 2014 in Berlin aufgestellte Marathon-Weltrekord in 2:02:57 Stunden sollte von den Kindern spielend egalisiert und überboten werden.

Ihre Aufgabe war es, die 42,195 Kilometer rhythmisch zurücklegen. «Wir ziehen das jetzt durch», erklärt er am Mittwochnachmittag den sieben Schülern und einer Schülerin im Schatten des Schulhauses 1.

Eltern, Grosseltern und Klassenkameraden sitzen unter den schattenspendenden Bäumen und hören zu. Und wie der Coach zu seinen Leichtathletikstars spricht, motiviert auch Beda Ehrensperger seine Schützlinge: «Es wird auch Momente geben, da ihr beissen müsst. Aber denkt an die Ziellinie.» Er freue sich auf die Reise, mit ihren Höhen und Tiefen.

Trinken während des Spielens

Die Kinder setzen sich an ihre Schlagzeuge und hinter die Djembes. Mit einem Blick auf die am Boden stehende Uhr erklärt Beda Ehrensperger, dass um 14.03 Uhr gestartet wird: «Um 16.06 haben wir es geschafft.» Neben der Uhr steht eine Box: Die Kollekte für dieses Schülerkonzert oder eben den Drum-Marathon kommt einer Schule für mittellose Kinder in der ghanaischen Hauptstadt Accra zugute. Dann setzt auch er sich hinters Schlagzeug, gibt ein Zeichen. Die Kinder beginnen, ruhig zu trommeln. Es sind Rhythmusabfolgen, mal schneller, mal langsamer, die gespielt werden. Lieder sind keine zu hören. Die Kinder improvisieren ohne Pause, trinken während des Spielens. Sie müssen aber auf die Zeichen von Beda Ehrensperger schauen, der halbstündlich eine andere Rhythmus-Art vorgibt. Mal hier ein Käppi zurechtrücken, da ein Gähnen oder den Takt mit nur einer Hand spielen: Die Schüler meistern die Herausforderung gelassen.

Gut zwei Monate dauerte die Vorbereitung. «Marathonläufer trainieren in Etappen und absolvieren nie die ganze Strecke. So haben auch wir etappenweise auf dieses Ziel hingearbeitet», sagte Beda Ehrensperger. Kurz vor 16.06 Uhr wird das Trommeln leiser, die Schlagzeugtakte klingen aus. Es ist geschafft: 2 Stunden und drei Minuten haben die Schüler musiziert. Applaus der Gäste, die Kinder verneigen sich. «Das war toll, mal etwas anderes. Und ich finde, das Ganze ist schnell vorbeigegangen», sagt Schülerin Fabienne Güller (15).

Der «Weltrekord» wurde zwar überboten, wird aber nicht eingetragen: «Ich wollte sehen, ob man mit Kindern so lange durchspielen kann», erklärte Beda Ehrensperger die Idee mit dem Drum-Marathon.

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