Anfang April hat die Gemeinde Bözberg den Schritt in die mobile Welt gemacht und ist mit grossen Städten wie St. Gallen gleichgezogen. Mit der Bözberg-App initiierte die junge Gemeinde quasi einen virtuellen Dorfplatz. Auf der App ist alles zu finden, was ein Einwohner der Gemeinde braucht: Veranstaltungshinweise, Kontaktdaten und sogar einen Shop beispielsweise für Kehrrichtmarken.

Die App ist bezüglich Downloads gut gestartet. «Wir verzeichnen Stand 22. August 440 Downloads», sagt Sabrina Schwarz, stellvertretende Gemeindeschreiberin und Initiantin der App. Sie ist zufrieden, wie es läuft. Die Handhabung gestalte sich «wirklich sehr einfach» und aus technischer Sicht funktioniere «alles einwandfrei». Und: «Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung waren bisher durchweg positiv», ergänzt Schwarz. «Auch andere Gemeinden sind schon deswegen auf uns zugekommen.»

Lob gibt es auch von extern. Christian Schwengeler, Geschäftsführer von anthrazit ag – der Firma, die die App entwickelt hat –, sagt: «Die App ist ein Erfolg. Das hat auch mit dem guten Einsatz seitens der Gemeindeverwaltung und den guten Services zu tun.» Er betont: «Bei solchen Apps ist es entscheidend, wie gut die Gemeinde mitmacht.» Für Christian Schwengeler wäre es optimal, wenn die Gemeinde nun auch noch ihre Website der App anpassen würde.

Es liegt noch mehr drin

Eine Faustregel besagt, dass eine App dann erfolgreich ist, wenn sie von 20 Prozent der Bevölkerung genutzt wird. In Bözberg ist dies der Fall. Bei 440 Downloads auf 1600 Einwohner sind es doch 27,5 Prozent der Bevölkerung, die sich die App heruntergeladen haben. «Das ist eine sehr gute Zahl», sagt Schwengeler.

Er ist aber der Meinung, dass durchaus noch mehr drinliegt. So sollen weitere App-Inhalte dafür sorgen, dass die Zahl der Downloads weiter ansteigt. Geplant ist ein Angebot für die Vereine. «Als Nächstes werden wir für die Vereine einen Apéro veranstalten, wo wir ihnen die Möglichkeit vorstellen werden, wie sie neu als Verein einen eigenen, kostenlosen Auftritt in der App erhalten können», führt Sabrina Schwarz aus. «Dort können dann Berichte, Veranstaltungen, Fotos und vieles mehr von den Vereinen selber aufgeschaltet werden.»

Am beliebtesten ist die Rubrik «Dorfmelder». Damit können die Einwohner beispielsweise defekte Strassenlampen oder Littering via App melden. Schnell ein Foto schiessen, die Situation beschreiben und abschicken. Und schon bald düst das Bauamt los, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Die Gemeindekanzlei bearbeitet die hereinkommenden Nachrichten und gibt dem Melder die Rückmeldung, wenn alles wieder in Ordnung ist. Gut genutzt wird gemäss Sabrina Schwarz auch die Bestellseite, wo unter anderem Kehrrichtmarken oder SBB-Tageskarten gekauft werden können. Ein wichtiger Bereich ist auch das News-Blättli, das auf der App direkt heruntergeladen werden kann. Weitere Funktionen sollen in der nächsten Zeit nicht dazu kommen. «Inzwischen wurden die Push-Kanäle aber noch erweitert», sagt Sabrina Schwarz. 1500 Franken kostet die App pro Jahr. Viel zusätzlichen Aufwand gebe es für das Gemeindepersonal nicht.