«Als erstes kommt ein Team auf den Schadenplatz, das sich einen Überblick über die Situation verschafft», erklärt Moderator Thomas Schluep den Besucherinnen und Besuchern, die sich zur Schlussübung der Feuerwehr eingefunden haben. Wichtig sei, die Fahrzeuge richtig zu platzieren. Sie nachträglich umzuplatzieren, sei nicht möglich, betont Schluep.

Kaum gesagt, ist auch schon die Sirene des anrückenden Tanklöschfahrzeugs zu hören. Von den bereits anwesenden Feuerwehrmännern wird es auf den idealen Standplatz eingewiesen. Sofort wird der Feuerwehrschlauch ausgerollt und zwei Männer eilen zum Brandherd, derweil die anderen Kameraden weiteres Material bereitmachen.

Schlussübung der Feuerwehr: Verletzte aus brennendem Haus gerettet

Szenen der moderierten Feuerwehrübung.

Kurz darauf erhält die Feuerwehr Villnachern Verstärkung aus Brugg. Dieses Team fährt mit einem Fahrzeug vor, das mit einer Drehleiter bestückt ist. So kann der Brandherd im Bauernhaus an der Hauptstrasse ausgangs Dorf auch von oben bekämpft werden. Zusätzlich ist ein Trupp im Innern des Hauses unterwegs, mit Atemschutzmasken. «Bei einer starken Rauchentwicklung sieht man absolut nichts mehr. Man muss sich tastend vorwärts bewegen», erklärt Schluep. Umso wichtiger sei es deshalb, vorgängig ein Seil vor dem Haus anzubringen und mitzuführen, sodass man wieder hinausfinde. Im Haus sind drei Personen, die es zu retten gilt. «Alle drei haben starke Verbrennungen, eine Person gebrochene Beine und bei einer anderen besteht Verdacht auf eine Rückenverletzung», sagt Sanitäterin Eliane Bühler.

Die Verletzten werden in Wärmedecken gehüllt und erstversorgt, bis die Ambulanz oder der Rettungshelikopter eintrifft. Geplant war denn auch, dass die Rettung aus der Luft noch während der Schlussübung eintrifft. Das Helikopter-Team wurde jedoch zu einem echten Notfall gerufen, sodass sie es nicht rechtzeitig schafften. Aber – sie liessen es sich nicht nehmen, doch noch in Villnachern vorbeizuschauen. Sehr zur Freude von Gross und Klein. Am Schluss der Übung zeigte sich der Kommandant Martin Spillmann zufrieden. «An Kleinigkeiten müssen wir noch feilen. Aber ansonsten lief alles nach Plan», betont der 29-Jährige, der seit drei Jahren die Funktion als Kommandant der 60-köpfigen Feuerwehr inne hat. Im laufenden Jahr habe es total über 30 Gesamt- und Abteilungsübungen sowie sechs echte Einsätze gegeben. Bei Letzteren zum Glück aber kein grösseres Ereignis.

Äusserst beeindruckt zeigten sich Florian (11) und Leon (12) vom Feuerwehreinsatz. «Wir wollen auf jeden Fall auch zur Feuerwehr», betonen die beiden. «Menschen helfen zu können, finden wir gut.» Dass die Feuerwehr eine gute Sache ist, findet auch Nahid Waheed, die seit August in Villnachern wohnt. «Ich habe einmal den Spruch «Stell dir vor es brennt und keiner kommt» gelesen und wusste danach, dass ich zur Feuerwehr möchte. Erste Erfahrungen hat sie bereits sammeln können. Nun möchte sie ihre Dienste der Feuerwehr Villnachern zur Verfügung stellen.

Unter den Besuchern weilte auch Gemeindeammann Roland König. «Die Feuerwehr ist das Sicherheitselement einer Gemeinde und ihre vielfältigen Einsätze, ob bei Brand, bei Unfällen oder Wasserschäden enorm wichtig», sagt König, beeindruckt von der Übung.